Donnerstag, 28. August 2014

[KINO] Guardians Of The Galaxy 3D (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2015381/

Peter Quill (Chris Pratt) ist nicht der umgänglichste Vertreter der Spezies Mensch. Doch er hat dafür Gründe: Als Kind wurde er von seinen Eltern getrennt – genauer: von Aliens entführt. Dieser Mangel an humanen Leitbildern erklärt auch sein, nennen wir es mal, gestörtes Verhältnis zu Autoritäten jeglicher Art. Als unkonventionell ausgebildeter Pilot kann er allerdings nicht nur seine fliegerischen Fähigkeiten ausleben, sie haben ihn im Weltall auch an verschiedenste Orte geführt. Als er bei einer seiner Missionen an einen bisher unbekannten Ort gelangt, findet er in einer uralten Tempelanlage eine mysteriöse Kugel. Seiner Neugier geschuldet macht Peter alsbald unliebsame Bekanntschaft mit der kriegerischen Rasse der Badoon. Aber er gerät auch auf den Radar des sogenannten Nova Corps unter Leitung der Nova Prime Rael (Glenn Close). Nach seiner Festnahme durch diese Weltraum-Polizei wird er mit einer herausragenden Kollektion von Außenseitern und Kriminellen zusammengeführt: Gamora (Zoe Saldana), die ebenso wie Peter Quill noch eine Rechnung mit den Badoon offen hat und die die Adoptivtochter von Thanos ist; Drax the Destroyer (Dave Bautista), durch Thanos ermordet und wiedererweckt mit dem einzigen Zweck, jenen zu töten; Rocket Raccoon (Bradley Cooper), ein genetisch veränderter Waschbär mit großer Klappe und nervösem Zeigefinger und schließlich Groot (Vin Diesel), ein humanoides Baumwesen, das über erstaunliche Regenerierungsfähigkeiten verfügt. Nach ein paar anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten wird Peter Quill mit ihnen zusammen und unter seiner Führung als Star-Lord die Guardians of the Galaxy gründen, die sich nicht weniger als den Schutz des Weltraums auf die Fahne geschrieben haben. Und mit Ronan the Accuser (Lee Pace), dem Kree-General und obersten Gefolgsmann Thanos’ sowie Nebula (Karen Gillan) und Korath (Djimon Hounsou) haben sie gleich mehrere mächtige Feinde auf Konfrontationskurs...

Ungewöhnlich, dass ich gleich zwei Mal pro Woche ins Kino gehe, aber auf diesen Streifen warte ich schon seit der Ankündigung und dem ersten Trailer. Schon dort offenbarten sich nämlich mir gefälliger Humor, SciFi-Schlachten, Action und Wortwitz, untermalt von passender rockiger Musik. Der Film beginnt dann - ganz untypisch für MARVEL - ohne Logo, sondern mit einer kleinen Einführung und wirft uns mitten in Peter Quills Leben, offenbart so einen dramatischen Unterton und haut dann erst so richtig rein, als der kleine Peter von einem außerirdischen Raumschiff entführt wird. Das Logo kommt und wirft den Zuschauer 26 Jahre in die Zukunft - und mitten ins All. Und irgendwie hat schon dieser Übergang etwas.


Man muss sich eingestehen, dass es anfangs schon etwas schwierig ist, allen Personen und Handlungsabläufen zu folgen, zu viel stürzt mit einem Male - und nach dem ruhigen Einstieg - auf einen ein: da ist der selbsternannte Star-Lord/Peter Quill, der gerade im Auftrag einen seltsamen Orb klaut, natürlich prompt dabei ertappt wird und ein Kopfgeld aufgedrückt bekommt. Da taucht an einer anderen Ecke urplötzlich der böse Ronan (Lee Pace) auf (dessen zerstörerische Motive bis auf seine abgrundtiefe Bösartigkeit mir irgendwie unklar sind, aber vielleicht muss er auch einfach nur böse sein, vielelicht habe ich es auch nur nicht mitbekommen) mit der Attentäterin Gamora auf und als dann noch Rocket und Groot als Quills Kopfgeldjäger mitspielen liegt das Puzzle in Einzelteilen auf dem Tisch. Doch so langsam versteht es Regisseur James Gunn ("Super") die Teile zu einem Bild zusammenzusetzen. Schon bei der ersten Begegnung der Vier kracht es ganz gewaltig, doch vor allem Groot und Rocket haben hier die größten Lacher auf ihrer Seite. Auch wenn Star-Lord ab und zu einen bissig-frechen One-Liner abgibt. Wie aus dem Nichts erschafft Gunn hier also kultverdächtige Figuren - und das muss man erst einmal schaffen. Dabei werden sie abgesehen von Star-Lord lediglich oberflächlich abgehandelt und doch schafft es Gunn, ihnen geschickt auf den Zahn zu fühlen. Hier ein Element das auf die Vergangenheit zielt und dort noch eins. Er macht zumindest bei dieser Truppe charaktertechnisch einfach richtig, was man nur richtig machen kann, gerade wenn er ihnen wie auf den Leib geschneiderte Macken verpasst, ohne sie dabei ins Absurde abgleiten zu lassen.


Und schließlich werden die Vier doch gefangen genommen, ins Gefängnis geworfen und treffen dort auf den fünften Mann: Drax. Das Team ist endlich komplett. Hier folgt der Film dann dem altbekannten Schema: keiner kann so recht mit dem anderen, eigentlich sind es alles nur Outlaws und jeder folgt den eigenen Motiven und man weiß genau, okay, sie müssen sich schon irgendwie zusammenraufen, um den Gegner aufzuhalten. Und neben Ronan gibt es ja noch 2 andere Gegenspieler, die nichts Gutes im Sinn haben. Da ist Korath (Djimon Hounsou), der, unterstütz von Nebula (Karen Gillian), für seinen Meister Ronan den Orb zurückholen soll und Yonda Udonta (herrlich gespielt von Michael Rooker), der einst Star-Lord entführte und eine Art Bandit ist, der nicht so recht zum Guten oder zum Bösen zuzuordnen ist. Überhaupt weiß man jetzt schon, dass die Schauspieler perfekt in ihre Rollen passen, man hat die Geschichte so langsam erfasst und kann sich auf das was jetzt kommt voll konzentrieren: explosive und krachende Action, gepaart mit einer guten wenn auch altbekannten Story, brüllend komischen Humor und ein Team, dem man einfach gern bei der Arbeit zuschaut. Auch wenn der böse Endgegner letztendlich etwas blass bleibt. Wie es mittlerweile jedoch für MARVEL-Filme zur Gewohnheit geworden ist, muss sich das Ende natürlich (optisch) überschlagen und auch in die Länge ziehen. Wobei es hier nicht ganz so lang war wie bei "The Avengers".


"Guardians Of The Galaxy" macht nahezu alles richtig. Bis auf den etwas verwirrenden Einstieg ein nahezu perfekter Film, dessen Score von Tyler Bates leider etwas enttäuschend ist und auch kein richtiges Thema aufzeigt. Dafür hat man aber mit Blue Swede: "Hooked On A Feeling" eine schöne Alternative gefunden, die ich wohl nicht mehr aus dem Hirn bekomme. Die Action passt, die Animationen sind hervorragend und das 3D grandios. Ohne allzu viele Pop-Outs bietet es eine wunderbare Tiefenschärfe, die einen den Film richtig miterleben lässt. Das Team fetzt - und ich muss wieder auf Rocket und Groot zurückkommen, die einfach fast jede Szene rocken. Mit Vin Diesel als Sprecher von Groot zu werben hat allerdings schon fast etwas lächerliches, denn Groot sagt im ganzen Film nur 5 Worte. Dafür ist Bradley Cooper als bissig-niedlicher Waschbär Rocket perfekt. Und die Gags treffen immer, aber auch wirklich immer, absolut voll ins Schwarze - selbst wenn sie im Hintergrund ablaufen.

Man kann abschließend also sagen, dass der Streifen nicht ganz an "The Avengers" herankommt, aber im Unterhaltungslevel nur ganz wenige Quentchen darunter angesiedelt ist. Für 2 Stunden feinste Superheldenunterhaltung und zu keiner Sekunde langweilig. Denn hier steckt einfach Leidenschaft und Herz drin, was man in jeder einzelnen Szene, in jedem einzelnen Bild bestaunen kann. Die genau richtige Mischung aus Humor, Drama und Action. Klasse. Und am Ende steht dann auf der Leinwand: "The Guardians Of The Galaxy Will Return". Sollen sie. Sehr gern. Ich jedenfalls werfe jetzt den "Awesome Mix Vol. 1" rein und höre noch eine Weile zu.

9/10

Wie mittlerweile bei MARVEL-Verfilmungen fast schon üblich gibt es auch hier die Erstauflage im Steelbook. Und wie zu erwarten war es schon kurz nach Bekanntgabe der Veröffentlichung ausverkauft.