Sonntag, 24. August 2014

[KINO] The Expendables 3 (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2333784/

Barney Ross (Sylvester Stallone), Lee Christmas (Jason Statham) und das restliche Team der Söldnertruppe The Expendables müssen sich im dritten Teil der Actionfilm-Reihe mit dem brutalen Waffenhändler Conrad Stonebanks (Mel Gibson) auseinandersetzen, der die Expendables einst gemeinsam mit Barney gründete und dann die Seiten wechselte. Stonebanks und seine Mannen haben sich mittlerweile in einem verfallenen osteuropäischen Hotelkomplex verschanzt. Für die dritte Expendables-Mission muss Barney nun ein neues Team zusammenstellen, um Stonebanks das Handwerk zu legen. Und natürlich hat Barney noch eine private Rechnung mit Stonebanks zu begleichen.

Und wieder einmal haben sich Stallone und Co. zusammengefunden, um mit möglichst vielen coolen Sprüchen und viel Blei die Zuschauer zu unterhalten. Schon im Vorfeld war über die sozialen Netzwerke bekannt geworden, dass Regisseur und Autor Sylvester Stallone den dritten Teil der unterhaltsamen Actionreihe auf ein lukrativers PG-13-Rating (hierzulande ab 16 Jahren freigegeben) heruntergeschnitten hatte. Gleichzeitig kündigt er eine für Heimkino ungeschnittene und härtere Version des Streifens an, was umgehend zu Unmut in der Fangemeinde führte und viele den Kinobesuch boykottierten. Und so hatte auch ich meine Erwartungen heruntergeschraubt und harrte nun der Dinge die da kommen.
 

"Never send a man to do a boys job" so die Tagline unter dem neuesten Streich der alten Recken. Und irgendwie hat man das Gefühl, dass hier auch ein "Boy" auf dem Regiestuhl saß. Der Film ist mit seinen stolzen 126 Minuten auch unterhaltsam, keine Frage, aber man merkt deutlich, das Regisseur Patrick Hughes noch keine großartigen Action-Blockbuster gedreht hat. Hatte "The Expendables" noch mit brachialster blutiger Action und Anspielungen auf die Filme der alten Herren punkten können, und "The Expendables 2" da sogar noch einen drauf gesetzt, so fehlt es hier vor allem - tatächlich - an blutiger Action. Wer will einem schon weiß machen, dass ein Schwarzenegger mit einem 50er Kaliber auf 5 Meter Entfernung auf Leute schießt, und die einfach nur schnöde umfallen? Wieso hämmert ein dahinrasender Zug unter einem gespannten Stahlseil durch und die Männer werden davon nur vom Zug heruntergestoßen? Wo sind die Infights, Mann gegen Mann?


"The Expendables 3" macht eigentlich viel richtig. Punkt 1: neue Charaktere. Mit Wesley Snipes und Harrison Ford (der leider viel zu wenig Screentime hat) punkten zwei weitere alte Stars der Actionszene. Punkt 2: Mit Mel Gibson als Gegenspieler hat Stallone eigentlich genau den richtigen Gegner, der noch dazu schön fies und herrlich zynisch ist. Man hat das Gefühl, dass Herr Gibson regelrecht in solchen Antagonistenrollen aufblüht. (Das bewies er ja zuletzt in "Machete Kills"). Punkt 3: Die Story. Diese ist in völlig sich in Ordnung und kann man für einen Actionfilm durchaus annehmen. Punkt 4: der Score von Brian Tyler, der das altbekannte Thema aufgreift und militärisch zackig von sich hin dröhnt.

Aber dennoch fehlt der Witz, auch wenn einige Gags (gerade die Anspielung auf Snipes Gefängnisaufenthalt wegen Steuerhinterziehung ist sehr nett eingearbeitet) gut gesetzt sind, so fehlen hier Anspielungen auf andere Filme fast völlig. Statham schießt sich durch den halben Film und bekommt kaum noch einen Infight, was ich sehr schade finde. Und Antonio Banderas quatscht einfach zu viel. Zu viel Müll. Er wirkt wie ein zurückgewiesener DSDS-Kandidat, der immer wieder versucht in die Sendung zu kommen. Dabei hat doch gerade er mit Filmen wie "Desperado", "Assassins" oder "Once Upon A Time In Mexico" bewiesen, dass er zu mehr fähig sein kann, aber das gab wohl seine Rolle nicht her. Jedes Mal, sobald er den Mund aufmachte, dachte ich an "Gestiefelten Kater" (aus "Shrek", den er dort ja auch spricht). Schlimm. Liegt aber vielleicht auch an der deutschen Synchro. Die Jungspunde Rousey, Lutz, Ortiz und Powell sind nett anzusehen aber auch durch jeden beliebigen anderen trainierten Recken auszutauschen. Völlig begeistert hat mich keiner von ihnen.


Nichtsdestoweniger kann "The Expendables 3" gut unterhalten, auch wenn er - und das muss man sich ehrlich eingestehen - der schlechteste Teil der Reihe ist. Er hat von all dem oben angesprochenen entweder zu wenig oder zu viel und enttäuscht aufgrund der etwas zurückgehaltenen Gewaltdarstellung, gerade wenn man bedenkt, warum diese Reihe ja eigentlich ins Leben gerufen wurde. "The Expendables 4" ist ja bereits angekündigt und man kann nur hoffen, dass sich die alten Herren doch noch einmal zu einer etwas härteren Gangart aufraffen können. Schön wärs.

6,5/10