Montag, 7. Juli 2014

The Incredibles - Die Unglaublichen (2004)

http://www.imdb.com/title/tt0317705/

Einst war Mr Incredible und Elastigirl das Traumpaar der Superhelden: Als erfolgreiches Superheldenduo und Ehepaar bekämpften sie das Verbrechen und bezwangen bösartige Schurken – bis die Einwohner von Municiberg plötzlich anfingen, die Superhelden mit Schadenersatz-Klagen zu überziehen: Verhinderte Selbstmorde, zerstörte Gebäude und verwüstete Gärten können schnell teuer werden. Der Egierung blieb keine andere Wahl, als ihre besten Superhelden mit einer neuen Identität als normale Menschen mit normalen Jobs zu tarnen und ihnen jede Tätigkeit als Superheld zu verbieten. Jahre Später hat Mr. Incredible in seinem Bürojob einige Kilos zugelegt. Gemeinsam mit seiner Frau hat er mittlerweile eine scheinbar normale Familie gegründet - doch auch seine Kinder haben Superkräfte: Seine schüchterne Tochte Violeta kann ein telekinetisches Kraftfeld erzeugen und sein gelangweilter Sohn Robert ist superschnell. Nur beim Jüngsten, dem Baby Jack Jack, scheint das Superhelden-Gen abhanden zu sein. Als die mysteriöse Mirage Mr Inredible eines Tages wieder in Superhelden-Aufträge verwickelt, scheint es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Tarnung der Incredibles auffliegt.

Brad Birds zweite (Langfilm-) Regiearbeit ist eine liebevolle Parodie auf das Superheldengenre und die James-Bond-Filme. Die Geschichte der "Unglaublichen" ist von vorn bis hinten gut ausgearbeitet, der Erzählstil gefällt mir hier ganz besonders gut. Selbst - und das ist selten - synchrontechnisch ist der streifen nahezu brilliant besetzt. Allein die kleine Sprechrolle eines Herbert Feuersteins, zu einem Charakter, der ihm fast wie aus dem Gesicht geschnitten zu sein scheint (wobei zu bezweifeln ist, dass den Amerikanern die Person Herbert Feuerstein auch nur im entferntesten ein Begriff ist). Auch Markus Maria Profitlich ist als Mr. Incredible ganz klasse besetzt. Nur Kai Pflaume als Stimme von Frozone, der im original von Samuel L. Jackson gesprochen wird, war eine ungeschickte Wahl.

Man wird hier auch sofort in ein feststehendes Universum geworfen, ohne das Einleitungen auf Charaktere ewig lange brauchen aber genauso gekonnt, etappenweise nebenbei erklärt werden. So bleibt der Streifen wesentlich, lässt gar keine Hänger zu und es macht sehr viel Spass dabei zuzuschauen. Man merkt gar nicht, wie in Windeseile die Zeit vergeht. Der Charme und der Alltag der Charaktere, der Witz und die Problemchen wirken absolut authentisch. Besonders wundervoll und liebevoll kommt der Charakter der exzentrischen Designerin Edna Mode rüber. Eigentlich so herrlich verrückt, entzückend und direkt, wie man sich so eine Person vorstellt. Etwas seltsam wirkt hingegen der mitunter zynische Umgang mit Menschenleben (hier der Handlanger des Schurken) durch das Heldenteam. Hier stand wohl eher die Welt des Doppelnullagenten Pate, statt der eher mitfühlenden Marvelwelt der fantastischen Vier. Michael Giacchinos Musik erinnert dbaei allerdings gekonnt an die früheren Bondfilme. Besonders hervorzuheben ist Flashs fantastische Flucht durch den Dschungel und wie er entdeckt, dass er auf Wasser laufen kann. Sein überlegenes Grinsen treibt auch mir ein Lächeln ins Gesicht - und das immer wieder. Und das schafft auch irgendwann im Film Jack-Jack, das Superbaby, von dem keiner so richtig weiß, was für Superkräfte es haben wird (oder ob es überhaupt welche hat).

Alles in allem also punktende Charaktere, eine genial durchdachte Story mit viel Action, Herz und Charme.

8/10