Samstag, 5. Juli 2014

Taxi Driver (1976)

http://www.imdb.com/title/tt0075314/

Travis Bickle: ein Mann, der von seinen schweren Erlebnissen im Vietnamkrieg vollkommen traumatisiert ist. Auch wenn er nach außen hin nicht wirklich einen solchen Eindruck macht, so ist dennoch ein Mann dem der Krieg hart zugesetzt hat und ihn vor allem in stiller Einsamkeit versinken ließ. Er lebt in New York, einer der größten Städte der Welt, und kann Tag für Tag einfach nicht fassen was aus dieser Gesellschaft, aus der Stadt selbst, geworden ist. Prostitution, Korruption, Drogen und Gewalt bestimmen die Stadt, sie beginnen New York nach und nach wie ein dichtes Netz zu umschlingen. Viele Menschen sehen zu, erkennen die tiefen Abgründe der Stadt und bleiben trotz allem tatenlos. Doch ein Mann kämpft für seine Stadt, will sie nicht im Stich lassen und versuchen seine innere Reinheit wiederzuerlangen: Der Taxi Driver Travis. Er kutschiert diverse zwielichtige Gestalten Nachts in seinem Taxi, ist so ganz nah dran an den wiederlichen Schattenseiten der Stadt, muss ansehen das sogar Kinderprostitution betrieben wird. Er will so nicht mehr leben, nicht in so einem New York und unter solch einer Gesellschaft. Er erhebt sich und sagt es ist genug, will einem 13 jährigen Mädchen aus den Fängen der Prostitution helfen und so mit der "Reinigung" New Yorks beginnen. Travis Bickle, der Mann der nicht die Augen verschloss sondern etwas unternimmt, auch wenn ihm die Lage psychisch und seelisch schwer zusetzt. Doch selbst wenn Travis erfolg haben sollte, er ist paradoxerweise bereits selbst Teil dieser Gesellschaft geworden und so scheint es eigentlich kein Entrinnen zu geben...

Mann muss schon sagen das dieser Film für ein Frühwerk von Martin Scorsese einfach nur unglaublich stark ist und für einen solch frühen Film des damals so jungen Regisseures fast schon zu gut. Es gibt Regisseure, die in ihrer gesamten Karriere nicht einen Film drehten der eine solche Intensität wie "Taxi Driver" erreicht. Martin Scorsese betrieb hier Gesellschaftskritik, eine Milieustudie vom Feinsten und stellt Großstädte, hier vertreten von New York, als das dar, was es in seiner tiefsten Schicht ist: eine Thematik die mit ziemlicher Sicherheit immer Aktuell bleiben wird. "Taxi Driver" hypnotisiert, saugt einen sofort in die Straßen New Yorks und man kann von Anfang an komplett in die Gesellschaft eintauchen und die tiefsten Abgründe aus einer sicheren Distanz betrachten.

Die wunderbaren und perfekt eingesetzten Kamerafahrten, aber auch die stilsichere Filmmusik tragen einen erheblichen Teil zur Klasse dieses Filmes bei. Wer aber einfach nur bombastisch gut spielt ist Robert De Niro als Travis Bickle, der Taxi Driver. Er verkörpert seinen Charakter perfekt; jede Mimik, jede Bewegung jede noch so kleine Kleinigkeit sitzt. Er erst gibt Bickles Charakterzüge, seinen seelischen Schmerz durch den Vietnamkrieg und seinen Hass auf das, was aus seinem geliebten New York geworden ist bravourös wieder. Vor allem die Schlußszene gehört zu den intensivsten, besten und eindringlichsten Szenen, die das Kino je hervorgebracht hat. Auch die Nebendarsteller liefern sehr gute Leistungen ab. Jodie Foster zeigt das sie schon in jungen Jahren ein wahres Talent war und einiges auf dem Kasten hatte. Selbst Harvey Keitels Nebenrolle war spitze.

"Taxi Driver" ist ein vollkommen zeitloser Klassiker den einfach jeder kennen muss. Allein durch die Figur des Travis Bickle, der für mich einer der besten Filmcharakter ist. Er besitzt ebendas Potential und genügend Tiefe, sodass man sich mühelos mit ihm identifizieren kann. Ein ganz starker Film von Martin Scorsese. Ein  Meisterwerk.

9/10