Donnerstag, 10. Juli 2014

Goldfinger - James Bond 007: Goldfinger (1964)

http://www.imdb.com/title/tt0058150/

James Bond (Sean Connery) verdirbt dem millionenschweren Betrüger Auric Goldfinger (Gert Fröbe) in Miami eine durchtriebene Partie Gin Rummy. Die hübsche Jill Masterson (Shirley Eaton) muss dafür bitter bezahlen. So hat 007 auch eine persönliche Rechnung mit dem skrupellosen Goldhändler zu begleichen, als er von seinem Chef 'M' (Bernard Lee) auf ihn angesetzt wird. Er soll herausbekommen, wie Goldfinger sein Geld und sein Gold illegal ins Ausland schafft. Dabei deckt er Goldfingers neusten Coup auf: einen Überfall auf Fort Knox und den Raub der Goldreserven. Bond bereitet die Soldaten vor Fort Knox auf den geplanten Überfall vor, denen es gelingt, die Bande von Goldfinger unschädlich zu machen. Doch kurz vor der Detonation einer Atombombe sind Bond und Goldfingers Leibwächter Oddjob (Harold Sakata) im Tresorraum eingeschlossen...

Und da ist er: der für mich beste Sean Connery-Bond. "Goldfinger" wird auch allgemein als bester Bond aller Zeiten gehandelt und gitl quasi als Blaupause für alle nachfolgenden Filme des Franchises. Es ist ein spannender Teil, mit toller und interessanter Story und mehreren überraschenden Wendungen. Der Vorspann ist mit einem der absolut besten Titelsongs der gesamten Reihe unterlegt und danach geht es gleich direkt los. Sean Connerys dritter Auftritt als Geheimagent gilt zurecht als einer der absoluten Höhepunkte der gesamten Reihe. Es bleiben so viele Szenen und Personen allein durch deren Spielweise im Gedächtnis: Gert Fröbe als Goldfinger gibt einen der besten Bond-Bösewichte, Pussy Galore als Bond-Girl wider Willen und Harold Sakata als wortkarger Oddjob, der Handlanger von Goldfinger, machen diesen Bond zu etwas ganz besonderem.

Ein großer Vorteil des Films gegenüber den beiden Vorgängern ist es, dass man hier nicht bis kurz vor Ende warten muss, bis es zur Konfrontation mit dem Bösewicht kommt. Bond und Goldfinger begegnen sich indirekt schon sehr früh und auch kurz danach kommt es immer wieder zu offenen Konfrontationen zwischen den beiden, was dann zu raffinierten Szenen führt, beispielsweise das grandiose Golfduell.

Überragend ist dabei wieder einmal (und diesmal sogar ganz besonders) Sean Connery, der hier wahrscheinlich auf dem Höhepunkt seiner Agentenkarriere ist; er spielt einfach nur herausragend. Absolut ebenbürtig ist der schon angesprochene Gert Fröbe der eine absolut realistische und doch mitreißende Darstellung des Gegenspielers Auric Goldfinger abliefert. Zum ersten Mal sieht man hier einen Gegenspieler, der wirklich gerissen und Bond sehr ebenbürtig ist und seinen großen, fiesen Plan durchziehen will.


Vor allem aber verabschiedet man wieder einmal die ernsten Agententhriller wie "Liebesgrüße aus Moskau" und begrüßt erneut etwas Skurrilität und Klamauk in Bonds Welt - vielleicht sogar noch einen Zacken mehr als in "Dr. No". Dafür sorgen allein schon Auftritt von Bond mit Enten-Tarnung auf dem Kopf, die Großmutter mit dem Maschinengewehr, Goldfingers riesiger unnützer Kartenraum, Qs genervte Reaktionen auf Bonds Beiläufigkeit, ... und dies ist dabei nur eine kleine Auswahl an kolossal liebenswertem Nonsense.

Der Film unterhält also von Anfang bis Ende komplett ohne Längen und ist mit tollen Einzelmomenten gespickt, wie zum Beispiel die weltbekannte Laserszene oder ein ganz besonderer Ganzkörper-Goldüberzug. Einzig die Flugzeugtruppe von Goldfinger´s Pilotin Pussy Galore (was für ein Name!) kommt gegen Ende dann ein wenig zu albern daher. Wie auch sein direkter Vorgänger weist der Film den typischen Technik-Charme der damaligen Zeit auf, mit Super-Lasern, HighTec-Gas und futuristischen Gebäuden, was zwar etwas spaßig, aber auf keinen Fall ein Manko ist. Das ist nämlich die etwas zu zaghaft eingesetzte Action, die, wenn sie denn da ist, zwar gewaltig und pompös auftritt, aber doch zu spärlich und über die Laufzeit des Films gesehen zu wenig eingesetzt wird. Trotzdem ein genialer Film mit brilianten Schauspielern und vor allem toller Geschichte, der seinen Kultstatus als bester Sean Connery-"007"-Film völlig zurecht genießt.

9/10

Zum Jubiläum 2012 gab es eine tolle Box, die alle Filme (nur "Sag niemals Nie" fehlt, da dieser Film nicht offiziell zur Reihe gehört) rund um den Geheimagenten 007 enthält - es war sogar Platz für den zu dem Zeitpunkt im Kino laufenden "Skyfall".