Donnerstag, 10. Juli 2014

From Russia With Love - James Bond 007: Liebesgrüße aus Moskau (1963)

http://www.imdb.com/title/tt0057076/

Auf einen ganz kniffligen Fall muß sich gefaßt machen. Die Organisation Spectre hat einen großartigen Plan erdacht, um ihren Lieblingsagenten James Bond 007 (Sean Connery) auszuschalten. Er wird von Tatiana Romanova (Daniela Bianchi) nach Istanbul gelockt. Mit der Unterstützung von Kerim Bey (Pedro Armendáriz) nimmt Bond dort seine Arbeit auf. Angeblich möchte Tatiana in den Westen überlaufen, und Bond soll ihr dabei helfen. Zu ihren Verfolgern gehört auch der gefährliche Killer Red Grant (Robert Shaw).

Mit "Liebesgrüße aus Moskau" erfährt das damals noch junge Bond- Franchise eine etwas deutlichere Positionierung hin zu ernster Unterhaltung. Natürlich gibt es immer noch Bonds lockere Sprüche und die eine oder andere witzige Situation, aber im Vergleich mit dem Vorgänger "Dr. No" jedoch deutlich reduzierter. Dadurch wirkt Sean Connerys zweiter Einsatz als Superagent 007 wesentlich reifer und bekommt zudem noch eine düstere Note - was sich gleich zu Beginn des Films mehr als deutlich zeigt.

Was "Liebesgrüße aus Moskau" aber dann auch um ein Vielfaches besser macht, sind die stärkeren Nebenfiguren und Antagonisten. Mit der Untergrundorganisation "Spectre" wird nun ein im Hintergrund agierender Bösewicht eingeführt, der alle Fäden in der Hand hält und Bond in vielerlei Dingen das Leben schwer macht. Endlich gibt es auch mal eine starke Frauenfigur in der Rolle der KGB-Chefin Rosa Klebb (großartig underfrischend fies: Lotte Lenya), die maßgeblich zu Bonds Schwierigkeiten beiträgt. Generell scheint es, als wären sich die Macher Bonds Verhältnis zu Frauen bewusst. Im Laufe des Filmes bekommt er nämlich zwei Frauen zur Seite gestellt um die er sich eigentlich kümmern müsste und weiß prompt nichts mit ihnen anzufangen. Dies sorgt für eine wirklich witzige Persiflage auf Bonds sonstigen Umgang mit dem weiblichen Geschlecht, der in "Dr. No" - wie auch dort geschrieben - eigentlich ziemlich erschreckend war.

Auch handwerklich hat das Franchise einen Schritt nach vorne gemacht: die Action macht Spaß, es gibt einige wunderbare Sequenzen. Zumal Bond nun endlich auch seine ersten augenzwinkernden Gadgets besitzt und (natürlich) auch anwenden darf. Während also in diesem zweiten Bond-Film neue Elemente etabliert werden, die wiederkehrend in jedem der darauffolgenden Filme Verwendung finden (so gibt es zum ersten Mal eine wirklich gelungene Pre-Title Sequence, außerdem verkörpert Desmond Llewelyn das erste Mal "Q") so ist das Franchise merklich fixierter geworden - mit einem Hang zum Superheldentum. Ein fantastischer Abschnitt im Orient-Express, die finale Prügelei im Zug mit dem glänzenden Handlanger Red Grant sorgt noch einmal für Spannung und ist dann doch wieder äußerst realistisch gehalten und nicht zu arg und übertrieben in Szene gesetzt. Weniger ist manchmal doch eben mehr. Dann noch eine geniale "Bond vs. Hubschrauber"-Szene, eine wilde Bootsverfolgungsjagd sowie ein toller Abschluss-Showdown machen den Streifen letztendlich noch zu einem mehr als sehenswerten Bond-Film. Alles in allem ist "Liebesgrüße aus Moskau" für mich einer der besten Sean Connery- Bonds, aber noch nicht der beste.

8/10

Zum Jubiläum 2012 gab es eine tolle Box, die alle Filme (nur "Sag niemals Nie" fehlt, da dieser Film nicht offiziell zur Reihe gehört) rund um den Geheimagenten 007 enthält - es war sogar Platz für den zu dem Zeitpunkt im Kino laufenden "Skyfall".