Donnerstag, 10. Juli 2014

Dr. No - James Bond 007 jagt Dr. No (1962)

http://www.imdb.com/title/tt0055928/

Geheimagent 007 James Bond (Sean Connery) wird von London nach Jamaika entsandt, um das mysteriöse Verschwinden eines Mitarbeiters des Geheimdienstes aufzuklären. Dort gerät er in ein gefährliches Abenteuer, als er dem geheimnisvollen Dr. No (Joseph Wiseman) nachspürt, der mit seiner Organisation von einer atomtechnisch hochgerüsteten Karibikinsel aus die amerikanischen Raketenstarts in Cap Canaveral zu stören versucht. James Bond steht nicht nur bei den Damen hoch im Kurs, auch sein Chef M (Bernard Lee) ist überzeugt, seinen besten Mann ausgewählt zu haben, als er Bond alias Geheimagent 007 nach Jamaika schickt, um den mysteriösen Mord an einem Mitarbeiter des britischen Geheimdienstes in Kingston aufzuklären. Miss Moneypenny (Lois Maxwell), seine Sekretärin, sieht Bond nur ungern scheiden. Kaum ist 007 in Kingston gelandet, trachtet man ihm schon nach dem Leben. Manches deutet darauf hin, dass ein geheimnisumwitterter Dr. No seine Hand dabei im Spiel hat. No hat sich auf einer Insel niedergelassen, die seine Leute hermetisch abschirmen. Angeblich tötet dort ein Feuer speiender Drachen jeden Eindringling, erzählt man sich auf Jamaika. James Bond fürchtet weder Drachen noch sonstige Machenschaften, mit denen Dr. No unerwünschte Besucher fern halten will. Er fährt nachts heimlich auf die Insel; am Strand trifft er die aufregende Honey (Ursula Andress), die seltene Muscheln sammelt. Dr. No’s Männer machen bald Jagd auf sie; als sie Bond und Honey fangen und zu ihrem Boss schleppen, scheint das Leben der beiden keinen Pfifferling mehr wert zu sein...

Der erste "richtige" Bondfilm ist ganz klar ein zeitloser Klassiker. Ein sehr spannender Film mit allem, was es in einem "James Bond"-Film zu dieser Zeit braucht. "James Bond jagt Dr. No" war der Startschuss für eines der langlebigsten und auch erfolgreichsten Franchises der Filmgeschichte; jedermann kennt den Gentleman-Spion im schwarzen Smoking, der Martinis geschüttelt, nicht gerührt, trinkt, eine Frau nach der anderen flachlegt und so ganz nebenbei noch die Welt von hinterhältigen Gaunern befreit.

Heute, über 50 Jahre später, ist der erste Ausflug von 007 doch reichlich angestaubt, entbehrt aber nicht einem nostalgischen Charme, dem man sich ungemein gerne hingibt. Da wäre beispielsweise das hoffnungslos naive und auch veraltete Frauenbild im Film. Frauen sind hier nur dazu da, um gerettet zu werden, aus unerfindlichen Gründen sofort mit Bond ins Bett zu steigen oder als Eye Candy nebenher zu laufen und nichts zur Story beizutragen. Bezeichnend dafür, dass Ursula Andres' Gang aus dem Wasser die einzige Szene ist, die im Gedächtnis bleibt und die deren Schönheit berühmt machte. James Bond selbst ist der geborene Macho. Keine Selbstzweifel, keine Schwierigkeiten und nahezu unverwundbar. Sean Connery ist hierfür die Idealbesetzung und verschafft Bond einen herlichen selbstironischen Charakterzug. Er nimmt sich nicht allzu ernst, was dem Film nur gut tut.


Positiv hervorzuheben ist auf jeden Fall der ikonische Score, der zu Recht als Meisterstück der Filmmusik gilt. Die fantastische jamaikanische Kulisse ist wunderschön anzusehen und bietet genügend Material für atemberaubende Bilder, die einiges zur Faszination rund um Bonds Gegner Dr. No beitragen. Vor traumhafter Kulisse muss der angesehenste Agent seiner Majestät um das Leben vieler kämpfen. Ein passender Kontrast.

Ausgerechnet der Bösewicht ist es jedoch, der "James Bond jagt Dr. No" ziemlich nach unten zieht. Erst im letzten Drittel des Films taucht er schlussendlich auf und außer einem packenden Wortduell zwischen Bond und ihm am Eßtisch gibt es keine weiteren nennenswerten Szenen mit Bonds Widersacher. Das ist unheimlich schade, ist doch der Antagonist genauso wichtig wie der Held der Geschichte. Hier kommt nie das Gefühl der ständigen Bedrohung auf, nie ist Bond ernsthaft in Gefahr. Das scheinen die Macher wohl auch schleunigst gemerkt zu haben, schließlich fährt die Fortsetzung "Liebesgrüße aus Moskau" schon weitaus größere Geschütze auf.

"James Bond jagt Dr. No" ist sicherlich ein Unikat seiner Zeit, entführt den Zuschauer in die Ära der 60er Jahre und kann auch heute noch unterhalten. Dafür sorgt allein schon diese charmante Naivität und Schlichtheit des Films. Wäre dieser Film jedoch nicht der Startschuss eines inzwischen milliardenschweren Franchises würden sich sicher nur wenige an diesen Spionagethriller erinnern.

7,5/10

Zum Jubiläum 2012 gab es eine tolle Box, die alle Filme (nur "Sag niemals Nie" fehlt, da dieser Film nicht offiziell zur Reihe gehört) rund um den Geheimagenten 007 enthält - es war sogar Platz für den zu dem Zeitpunkt im Kino laufenden "Skyfall".