Montag, 23. Juni 2014

장화, 홍련 - Janghwa, Hongryeon - A Tale Of Two Sisters (2003)

http://www.imdb.com/title/tt0365376/

Nach einem Aufenthalt in einer psychiatrischen Anstalt kommen die beiden Schwestern Su-mi und Su-yeon wieder in ihr Elternhaus zurück. Doch die Rückkehr ist anders, als sie es sich erträumten. Denn dort werden sie von ihrem überforderten Vater und der verhassten Stiefmutter empfangen und diese macht aus ihrer Antipathie für die beiden Mädchen keinen Hehl. Schon in der ersten Nacht gehen unheimliche Dinge in dem Haus vor sich, denn ein unbekanntes Wesen scheint im Verborgenen zu lauern. Diese Nacht ist aber nur der Anfang eines nicht endenden Albtraums. Was hat sich nur in der zerrütteten Familie zugetragen? Bald schon gleicht das Haus einem geisterhaften Folterkeller, in dem der Wahnsinn kalt und grausam in den Ecken lauert.

Einer der besseren Horrorfilme und das in vielerlei Hinsicht: Spannung, Atmosphäre und Mystery sind besser als gut, dazu gibt es tatsächlich Darsteller, die ihren Rollen die nötige Tiefe verleihen können und das Finale wirft einem haufenweise Rätsel und einen Schock nach dem anderen um die Ohren. Regisseur Kim Jee-Woon schafft eine atemberaubende und facettenreiche Geschichte. Dabei verzichtet er größtenteils auf schon so oft dagewesene Jump Scares - bis auf ein oder zwei Szenen. Langsam und vorsichtig zieht er stattdessen die Spannungsschraube enger, bis dem Zuschauer am Ende der Atem stockt. Wie auch in seinem "I Saw The Devil" schafft er es, immer noch einen drauf zu setzen, wenn der Zuschauer gerade denkt, der Film müsse an seinem Höhepunkt angelangt sein.

Dabei buchstabiert er dem Zuschauer nicht alles vor, belässt es oft lieber bei Andeutungen und tut uns auch nicht den Gefallen, schnell zu Sache zu kommen. Lieber lässt er sich erst Zeit, um Figuren und Setting sorgfältig einzuführen, was viele, die einen reinen Us-Horrorstreifen erwarten, in der ersten Hälfte vor den Kopf stoßen könnte. Diese Langsamkeit macht sich aber schon recht bald bezahlt und man merkt, dass alles so und nicht anders erzählt werden muss, in aller Ausführlichkeit und mit allen scheinbar überflüssigen Details. "A Tale Of Two Sisters" ist nicht nur spannend und rätselhaft, er ist wunderschön inszeniert und wie ein Ratgeber in Sachen Dramaturgie und Montage nur ohne den belehrenden Ton eines solchen. Großartig!

7,5/10