Montag, 19. Mai 2014

Mission: Impossible: Ghost Protocol - Mission: Impossible: Phantom Protokoll (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1229238/

Eine gewaltige Explosion erschüttert den Kreml: Ein verheerender Bombenanschlag, der den Frieden zwischen den Weltmächten und damit der gesamten zivilisierten Welt gefährden kann. Für Geheimagent Ethan Hunt (Tom Cruise) bedeutet dieser katastrophale Zwischenfall die bislang brisanteste Mission seiner Karriere. Denn der Kopf der „Impossible Missions Force" wird mit seinem gesamten Team für den brutalen Terrorakt verantwortlich gemacht. Der US-Präsident aktiviert daraufhin das „Phantom Protokoll", das den IMF fortan verleugnet. Sollte es Hunt und seinem Team rund um Jane Carter (Paula Patton), Benji Dunn (Simon Pegg) und dem undurchsichtigen Brandt (Jeremmy Renner) nicht gelingen, die Drahtzieher zu fassen, werden sie für das Attentat verantwortlich gemacht und weltweit als Terroristen gebrandmarkt und gejagt werden. Ohne Unterschlupf, Rückendeckung oder Verbündete führt ihr Weg sie von Prag über Moskau nach Vancouver und Dubai, um dem geheimnisvollen Mann (Michael Nyqvist) auf die Spur zu kommen, der im Hintergrund die Fäden zieht. Doch eines ist klar: eine Mission: Impossible gibt es für sie nicht...

Wieder so ein Kandidat, dessen deutscher Titel völlig sinnfrei vergeben wurde, hat doch der englische Titel genausoviel Zugkraft. Zudem ergibt sich dadurch ein krasser Filmfehler, aber die Werbestrategen werden schon wissen was sie tun... *facepalm*

Okay, nach Brian De Palmas guten "Mission: Impossible"-Einsteig, dem Debakel von John Woo sowie dem dritten Streich von J.J. Abrams stand es nicht wirklich gut um das "Mission: Impossible"-Franchise. Das lag einerseits an der zunehmenden Modernisierung des Genres, sei es duch einen wesentlich besseren James Bond oder einen Jason Bourne, andererseits an Cruise' Image rund um Scientology und seinen "Stauffenberg"-Streifen. Und in der Tat bleibt "Mission: Impossible: Ghost Protocol" rein storytechnisch hinter eben der modernen Doppelbödigkeit der Konkurrenz zurück. Der Plot umschifft nur mit Ach und Krach das "die bösen, bösen Russen"-Klischée und auch sonst hapert es gewaltig. Was den Film dennoch zu einem gelungenen und eventuell zum Zweitbesten nach De Palmas Original macht, sind schlicht Regie, Cast und Locations sowie absolut hervorragende und zudem spannende Action-Einlagen. Brad Bird gibt hier sein Realfilm-Debüt und greift dazu u.a. auf sein Gespür für dynamische Action, Tempo und Spannung zurück, die er schon bei seinen genialen Animationsfilmen von Pixar unter Beweis stellen konnte. Zudem versteht er es sehr geschickt, jedem Charakter die nötige Screentime einzuräumen. Damit rebootet er klammheimlich die bisher immer den allgegenwärtigen Tom Cruise zugeschnittene Reihe und konzentriert sich auch auf das Team um ihn herum.

Dabei harmonieren Paula Patton, Jeremy Renner und Simon Pegg als gleichgestellte Sidekicks wunderbar - und vor allem: sie nerven nicht, sondern tragen gleichmäßig zur Story bei. Gleichzeitig addierte Bird geniale Gadgets und auch die dringend nötige Prise Humor, damit der Streifen insgesamt aus der eher mauen Story doch noch einen Hit macht. Alle Schauspieler haben hier sichtlich Spaß, was den Streifen enorm kurzweilig und temporeich erscheinen lässt. Auch handwerklich überzeugt er auf nahezu ganzer Linie. Neben den exotischen Locations wie den Metropolen Dubai oder Mumbai, der Kreml-Explosion, einem Sandsturm, sowie dem Showdown in einem hochmodernen Parkhaus serviert er hier als absolutes Highlight die (real gefilmte) Cruise'sche Kraxel-Einlage an der Außenfassade des Burj Khalifa, vor dem sich sogar das altgediente Bond-Franchise mal verneigen darf.

Eine der großen Vorteile ist die klassische Kameraführung, die gänzlich auf "Shaky Cam"-Effekte oder sonstigen neumodischen Kram verzichtet, einzig der Sandsturmstört als eindeutiger CGI-Effekt die sonst sehr gut gemachten Special Effects. Alles in allem ist "Mission: Impossible: Ghost Protocol" ein mehr als geglücktes "Beinahe"-Reboot, das das Franchise nicht nur elegant neu ausrichtet, sondern auch in eine zu erwartende Sequel-Zukunft führt. Man wird sehen, Teil 5 ist ja immerhin für 2015 angekündigt.

7,5/10

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