Sonntag, 25. Mai 2014

Los Últimos Días - The Last Days (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1935914/

Die Menschen werden von einer unergründlichen Angst befallen, ins Freie zu gehen. Verlassen sie geschlossene Räume, sterben sie an purer Panik. Es herrscht Ausnahmezustand – die Straßen sind leergefegt, alle Versorgungswege zusammengebrochen. In diesem Chaos begibt sich Marc über Tunnelsysteme auf die Suche nach seiner Freundin Julia. Tief unter der Stadt herrscht das Recht der Stärkeren. Doch er ist bereit, alles zu riskieren ...

Nach dem mittelmäßigen Weltuntergangthriller "Carriers" greifen die Pastor-Brüder wieder den Abstieg unserer Zivilisation auf. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn eine mehr symbolisch als logisch nachvollziehbare Agoraphobie-Epidemie lässt die Menschen in geschlossenen, unterirdischen oder eben nur geschlossenen Räumen hausen. Jeder Schritt hinaus in die übrige Welt ist mit tödlichen Panikattacken verbunden. Marc, ein Computer-Programmierer, ist das egal. Er will seine schwangere Freundin finden und macht sich auf zu einer Schnitzeljagd durch U-Bahntunnel, Kauf- und Wohnhäusern, in einer gesetzlosen Stadt.

Gut, dieses Mal sind es keine Aliens oder gierige, blutrünstige Zombies, die in der Hölle des Überlebens hausen, sondern, wenn überhaupt, geht die Bedrohung dieses eine Mal von der Menschheit selbst aus. Das Überleben in derAbschottung ist allerdings genauso wenig Thema des Films, wie seine angedeutete Reflexion unnatürlicher Lebensweisen der Stadtbevölkerung. Die zivilisationskritische Prämisse wird nicht vertieft, sie ist lediglich der Rahmen für eine hoffnungsvolle und -suchende Odyssee zweier Männer.

Ist in der ersten Hälfte des Films das Szenario auch tatsächlich bedrohlich und klaustrophobisch, so plätschert der Streifen im weiteren Verlauf vorhersehbar und  schon sehr klischeehaft vor sich hin. Seine gut angesetzten dramatischen Elemente verkommen zum Ende hin zu einem verschnulzten, unfreiwillig-komischen Spiel. Welches allerdings prächtig aussieht. Das geringe Budget von 5 Millionen Dollar dieser spanischen Produktion wird sehr talentiert benutzt. Setting und Kamera sind erste Sahne und bringen so manch einprägsam-schauriges Bild hervor.

Aber das Bild ist nur Stilmittel, hier geht es mehr um Emotion, Hoffnung und den Zusammenhalt von Menschen, was meiner Meinung nach auch sehr gut umgesetzt wurde. Die beiden Hauptprotagonisten wachsen einen ans Herz und machen ihrDing. Mal ein Film dieses Genres ohne bitteren Nachgeschmack - ist ja auch mal was.

Troptzdem: am Ende bleibt bleibt leider "nur" ein optisch reizvolles Endzeithorrorthrillerdrama ohne CGI-Getöse übrig.

Eher bedächtig und in der Gewaltdarstellung zurückhaltend erzählt, das dem Geschehen ein überraschend optimistischen Blick gönnt.

6,5/10