Mittwoch, 21. Mai 2014

Cottage Country (2013)

http://www.imdb.com/title/tt2072933/

In der familieneigenen Hütte mit Seeblock möchte Todd seiner Freundin Cammie den längst überfälligen Antrag machen. Alles scheint perfekt – würde nicht umvermittelt Todds unverschämter Bruder Sal mit seiner grenzdebilen Freundin Masha auftauchen. Der ultimative Heiratsantrag scheint in Gefahr und Cammie verlangt den sofortigen Rausschmiss der ungebetenen Gäste. Doch der Bruderkonflikt eskaliert – und endet mit Sals Enthauptung. Wie viele Leichen auch ihren Weg pflastern: Cammie lässt sich den wichtigsten Moment ihres Lebens nicht versauen!

"Cottage Country" wird immer wieder mit "Tucker & Dale vs. Evil" verglichen. Dabei haben die Filme, wenn man vom gleichen Hauptdarsteller sowie unbeabsichtigten Toten im Wald absieht, kaum etwas gemeinsam. Der Vergleich zu "Very Bad Things" passt da viel eher - nur dass der Film hier nicht ganz so bösartig ist und im Vergleich zum genannten Pendant eher zahm.

Nach einer wirklich vielversprechenden Anfangsphase, die auf kurzweilige Splatter-Comedy hoffen lässt, verzettelt sich Regisseur Peter Wellington in zu vielen Genren, was seinen Film sehr unentschlossen wirken lässt. Splatter, schwarze Comedy, Kriminalfilm, später gar fast schon Beziehungsdrama; Wellington erzählt viel, aber nichts davon konsequent. Die blutigen Szenen sind amüsant, aber an einer Hand abzuzählen, die Gags animieren nur teilweise zum Lachen und spätestens wenn im letzten Drittel der Schwerpunkt auf die Familienkrise gelegt wird, fragt man sich durchaus, in welchem Genre man den Film denn nun einordnen soll. Zu dieser Unentschlossenheit gesellen sich unpassende Momente, z.B. Todds Visionen, in denen er auf den Geist seines toten Bruders trifft.

Obwohl einiges an Potenzial verschenkt wurde, macht der Film dennoch zumindest einen Großteil seiner Laufzeit auch vieles richtig. Die ersten 30 Minuten machen richtig Spaß, vor allem Lucy Punch als Masha und Daniel Petronijevic als Sallinger sorgen mit ihren Sprüchen für gute Laune. Trotz solider Leistungen können Tyler Labine und Malin Akerman da nicht mithalten. Im späteren Verlauf hält der Film auch spannende Momente bereit, bis zum gelungenen Ende bleibt man am Ball, obwohl durch die gegen Ende zu breit ausgewalzte Familienkrise die eigentliche Thematik zu sehr in den Hintergrund gedrängt wird. Hätte man beim Drehbuch eine klarere Linie verfolgt und hätte man die durchaus interessante Ausgangslage besser zu nutzen gewusst, dann hätte das ein richtig guter Film werden können. Hätte, hätte, hätte und so bleibt der Streifen ein solider, ganz spaßiger Film für zwischendurch, aber nicht mehr.

6/10