Freitag, 28. März 2014

You're Next (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1853739/

Es sollte ein friedliches Familienfest werden: Die Familie Davidson trifft sich, wie jedes Jahr fernab jeglicher Zivilisation in einem Ferienhaus, um den Hochzeitstag der Eltern zu zelebrieren. Crispian Davidson (AJ Bowen) will die Gelegenheit nutzen, um Erin (Sharni Vinson), seine neue Freundin, in den Kreis der Familie einzuführen. Doch das Glück wird urplötzlich von einer Horde axt-schwingender Mörder brutal zerschmettert. Als die Davidsons bereits jede Hoffnung auf Überleben aufgegeben hatten, entwickelt plötzlich jemand ungeahnte Talente...

Endlich mal ein wenig frischer Wind im Home-Invasion-Genre, an welchen ich schon gar nicht mehr geglaubt hatte! Ein gelungener Auftakt für das morgen endlich beginnende FantasyFilmfest nights! Endlich mal keine strunzdummen Protagonisten, die immer nur kreischend die Treppen herauf oder herunterrennen, nur um in einer noch auswegloseren Situation zu sein. "You're Next" ist cleveres, punktgenaues Terrorkino mit teils echt grausigen Splattereinlagen, die eine 18er Freigabe mehr als verdient haben. Und er spielt originell mit den Erwartungshaltungen des Zuschauers.

Meine Erwartungen zu "You're Next" hab ich nach monatelanger Vorfreude aufgrund einiger eher durchwachsener Reviews und geradezu pompösen Verrissen ein wenig nach unten geschraubt. Umso erfreuter war ich, dass der düster-grimmige Streifen ohne weiteres als einer der gelungensten Genre-Beiträge der letzten Zeit bezeichnet werden kann. Horrorfans wurden ja gerade in der jüngeren Vergangenheit nicht sonderlich verwöhnt. "You're Next" gewinnt mit Sicherheit keinen Innovationspreis oder dergleichen und der Film ist Genrebedingt natürlich auch nicht frei von Klischees. Mir schien der Film für einen Horror-Streifen sogar verhältnismäßig logisch, wenn auch nicht besonders wahrscheinlich. Langeweile kommt zu keinem Zeitpunkt auf und von den angesprochenen Klischees - die hier zudem des Öfteren gebrochen werden - leben solche Filme nunmal. Der Twist in der Filmmitte kommt zwar überraschend, doch das hat man in ähnlicher Form schon öfter gesehen. Auch das Motiv scheint gerade gut genug gewesen zu sein, um den Terrorakt zu rechtfertigen: aber mir soll das nur recht sein.


Denn spätestens wenn Sharni Vinson in den Survival-Modus schaltet, sich ihrer Haut erwehrt und im Blutrausch ihre Peiniger nach und nach kompromisslos dezimiert, macht mein Splatter- und Horrorherz wahre Freudensprünge. Die Gute hat sich mit ihrer knallharten What-the-Fuck-Performance direkt in die vordere Reihe meiner allerliebsten Schauspielerinnen gespielt! Dazu kommt ein gelungener Score, eine durchgehend bedrohliche Stimmung, sehr blutige Morde und ein wenig augenzwinkernde Ironie. Die herrlich fiese Schlussszene rockt dann auch nochmal gewaltig und hat mich mit einem zufriedenen Lächeln in den Abspann entlassen. In dieser Art und Weise dürfen mich Horrorfilme zukünftig gerne öfter beglücken! 

8/10

Exklusiv im Mediamarkt gibt es zum Film ein Steelbook. Dieses ist zwar (vor allem innen) sehr schlicht, abr schick ist es allemal: