Donnerstag, 20. März 2014

Thor: The Dark World 3D - Thor: The Dark Kingdom 3D (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1981115/

Eins vorweg: wer einen englischen Titel "eindeutscht" und ihm dann wieder einen völlig sinnfreieren englischen Titel verpasst, den sollte man teeren, federn, vierteilen und seine Gliedmaßen in alle 4 Himmelsrichtungen tragen, damit ein jeder weiß, was einem widerfahren möge, wenn man offensichtlich blöd ist.

Aber zum Film. Thor (Chris Hemsworth) und Loki (Tom Hiddleston) kehren in ihre Heimat Asgard zurück, wo Göttervater Odin (Anthony Hopkins) darüber entscheidet, wie mit dem adoptierten Prinzen verfahren werden soll. Währenddessen erhebt sich eine andere Macht in einem der 9 Realms. Der Dunkelelf Malekith (Christopher Eccleston) scharrt eine Armee uralter Wesen und Monster um sich, mit denen er nicht nur Asgard, sondern den ganzen Kosmos bedroht. Der Donnergott trifft auf seine Angebetete Jane (Natalie Portman), die von einem Dämon besessen ist, dessen Verbingung mit den Dunkelelfen sehr nahe liegt. Thor muss also nicht nur seine Menschenfreundin retten, sondern auch eine eigene Streitkraft zusammenstellen, mit der er Malekith besiegen kann. Dafür muss er in die düstersten Ecken Asgards vordringen, wobei ihm jedoch nur eine Person helfen kann: Loki.

Der Film übertrifft schon mal den Vorgänger - aber nur was die Effekte betrifft. Die Story ist immer noch nicht richtig ausgefeilt und hier auch etwas wirr (mit einigen wilden Sprüngen). Das was aber am meisten gestört hat war, dass der ganze Plot auf einem riesen Zufall aufgebaut ist: Ausgerechnet Thors Angetraute Jane entdeckt als Erste das Versteck des Äthers und absorbiert auch noch prompt dessen Macht?! Das ist schon ziemlich konstruiert, oder? Was Besseres ist den Machern für die Zusammenführung von Thor und seiner Herzensdame wohl nicht eingefallen?

Aber zum Glück gibt es auch in "Thor: The Dark World" wieder reichlich Witz und Selbstironie, auch wenn dies hin und wieder daneben ging (jetzt hat die Praktikantin einen Praktikanten, wie witzig...) aber die meisten Lacher verdankt man ohnehin dem ungleichen Gespann Thor und Loki.

Überhaupt ist Tom Hiddleston als "Loki", wie schon in Teil eins und bei den Avengers, der eigentliche Star und bekommt, ganz zu meiner Freude auch etwas mehr Screentime, in der er wirklich allen die Show stiehlt, was mir durchaus einige Bonuspunkte wert ist. Er ist der Lichtpunkt in diesem Debakel, da er es zum dritten Mal hintereinander schaffte mich in seiner Rolle des Loki zu beeindrucken. Der Gott der Lügen wirkt nicht so eindimensional wie der Donnergott. Hiddleston schafft es, dem Zuschauer Loki näher zu bringen ohne komplett dessen Motive zu verraten. Denn spätestens bei Thors Besuch im Kerker, als man Lokis Trauer um den Tod einer Frau sah, die er immer leugnete, keimte in jedem Herzen ein Funken Trauer Mitleid und Verständnis auf. Die anderen Darsteller liefern eine ganz solide Leistung ab, wobei mir Kat Dennings (Darcy) und Natalie Portman (Jane) sauer aufstoßen. War Dennings in Teil eins noch für den einen oder anderen erfrischenden Witz verantwortlich, wirkt ihre Figur nun total gezwungen und etwas deplatziert, so nach dem Motto: die muss jetzt auf Teufel komm raus einen dummen Spruch ablassen, auch wenn er noch so unpassend und zudem noch unlustig ist. Und Natalie Portman als neunmalkluge "Jungfrau" in Nöten, welche vom muskelbepackten blonden Hünen gerettet werden muss, kam mir unsympathisch rüber.

Und dennoch so eine hohe Wertung? Nun, "Thor: The Dark World" ist witzig, unterhaltsam und bietet Action und eine tolle Optik vor allem mit den schönen Szenen rund um Asgard. Zudem gefällt das Team Loki/Thor sehr gut und das Cameo eines anderen bekannten Marvelhelden ist herrlich integriert und überaus gelungen. Allein schon deswegen, weil es ein Lächeln ins Gesicht der Zuschauer zaubert. Dazu die Optik: beeindruckendere Landschaften hat man so zuletzt bei "Herr der Ringe" gesehen. Durch passende Musik von Brian Tyler und wunderschöne Atmosphäre kehrt in kleinen Momenten etwas Ruhe ein. Kein Meisterwerk und weit weg von den "Avengers", aber dennoch sehr hörenswert.

Das 3D ist gut. Nicht mehr und nicht weniger. Mit einer schönen Tiefenwirkung, die allerdings wenig zum Film beitragen kann. Was richtig gut ist, ist der Sound! Allein wenn die Dunkelelfen in ihren Schiffen vorbeifliegen oder ihre Waffe, den "Äther", zum Einsatz bringen hämmert es dermaßen durch die Lautsprecher und den Subwoofer, dass es eine wahre Freude ist! Alles in allem eine mehr als gelungene Fortsetzung, vielleicht ein wenig flach, aber definitiv unterhaltsam und eine schöne Sprosse auf dem Weg zum "Avengers: Age Of Ultron".

7,5/10

Ebenfalls in 3D gibt es den Film in einer "Limited Collector's Edition" im Steelbook. Schickes Teil - und passt vor allem zu den anderen Filmen: