Sonntag, 16. März 2014

Terminator 2: Judgment Day - Terminator 2: Tag der Abrechnung (Extended Special Edition) (1991)

http://www.imdb.com/title/tt0103064/

Zehn Jahre sind vergangen, seit Sarah Connor (Linda Hamilton) den ersten Terminator zerstörte. Die Ereignisse haben Spuren hinterlassen, und die Paranoide Kämpferin muss in einer psychiatrischen Klinik ausharren, während ihr John Connor (Edward Furlong) bei einer Pflegefamilie untergebracht ist. Da John Connor nach dem Krieg gegen die Maschinen die Widerstandsbewegung gegen die künstliche Intelligenz ‘Skynet’ anführen wird, Schickt diese das neue Terminator-Modell T-1000 (Robert Patrick) in unsere Gegenwart, um ihn schon als teenager ermorden zu lassen. Die menschliche Widerstandsarmee hingegen entsendet ein umprogrammiertes Terminatormodell T-800 (Arnold Schwarzenegger) um John Connor zu beschützen und den Plan von Skynet zu vereiteln. John und Sarah Connor müssen bald erkennen, dass ihr einstiger Todfeind der einzige ist, der ihr Leben retten kann. Gemeinsam beschließen sie, die Zukunft neu zu schreiben.

Man kann die "Terminator"- gerne mit der "Alien"-Reihe vergleichen, auch wenn dort Ridley Scott den Grundstein legte. Aber wenn man genau hinsieht, dann ist die Entwicklung sehr ähnlich: die Action und der Thrill aus dem Vorgänger wird versucht in eine noch modernere und actionreichere Umgebung zu übertragen. Bisauf das fehlenden Noir-Thriller-Element funktioniert dies ausgezeichnet und katapultiert den Zuschauer in eine etwas buntere, aufgeklärtere aber noch korruptere Welt. Und "Terminator 2" ist bis heute einer der wichtigsten Actionfilme der "Neuzeit", denn er schuf auf der einen Seite ganz neue Maßstäbe in Sachen Computerfilmeffekten und Comuteranimation und setzte zum Anderen mit der packenden Geschichte noch eins oben drauf.

Die Fortsetzung ist ein brachiales Effektgewitter, das von rasanter Action nur so überkocht. Man kann hier getrost von Popcorn-Kino der höchsten Güteklasse reden. Cameron verliert trotz der ganzen Action keinmal den Überblick über die Story oder seine Charaktere. Arnold Schwarzenegger als diesmal cybernetischer Beschützer geht wieder voll und ganz in seiner Paraderolle als T-800 auf und feuert nebenbei noch einige der coolsten One-Linier der Filmgeschichte aus seiner Datenbank. Edward Furlong als John Conner macht seine Sache auch ausgesprochen gut und vergessen darf man natürlich auch nicht den genialen Robert Patrick. Seine Performance als T-1000 ist in der Film-History fest verankert. Linda Hamilton verwächst nahezu in die Rolle der verstörten Saran Connor und ist ein schauspielerisches Highlight des Streifens. Dies ist erwähnenswertz, weil schauspielerische Auffälligkeiten in Filmen dieses Genres nicht die Regel sind. Hier findet Cameron eine geniale Mischung aus eiskalter berechnender Konsequenz des T-1000 und dem bemühten und gleichzeitig sympatischen Lernprozess des T-800.

Mir persönlich fällt spontan kein anderer Film ein, der den Sprung der visuellen Effekte bzw. den Übergang der 80er in die 90er so (bild)gewaltig wie "Terminator 2" veranschaulicht. Handwerklich perfekt wie James Cameron nun einmal ist, darf man hier beinahe auf Knien dankbar dafür sein, dass sage und schreibe 2 Jahre Computer-Rechenzeit die Produktion aufgehalten haben. Die Stärke des Films liegt aber nicht einzig allein darin neue Maßstäbe in Sachen Technik und Eyecandy zu setzen, sondern ebenso viel Wert auf die Entwicklung der Figuren zu legen. Bestes Beispiel ist der Psychiatrie-Part mit Sarah Connor. Hier stellt man uns ein völlig nacktes und korruptes Irrenanstaltregime vor, dass durch die Fäden oberer Interessenverbände ("Cyberdyne Systems") Sarah Connor unter Verschluss hält. Hier spielt sich der stärkste schauspielerische Akt des Filmes ab und den meistert Linda Hamilton, die immer mehr in meiner Gunst steigt, fast im Alleingang. Die baldige Zusammenführung von Sarah, John und dem T-800 ist geschickt inszeniert und schleudert den Film spätestens ab dann in ein Actionfeuerwerk allererste Kajüte. Die Spannung bleibt indes auch nicht auf der Strecke, denn die klare, konsequente Linie wird beibehalten; sowohl die des Jägers, als auch die stark traumatisierte Seele von Sarah. Die wichtige Schlüsselszene dazu spielt sich in Dyson's Haus ab.

Aber auch wenn es überall kracht und qualmt, streut Cameron immer wieder ruhige Szenen ein, in denen die Beziehung zwischen John und dem T-800 vertiefend dargestellt wird. Sarah's Visionen fügen sich im Laufe zu einer einzigen Horrorsequenz zusammen und heften sich tief ins Mark des Zuschauers. Genial! Das Ende in der großen Fabrikhalle in der Metall geschmolzen wird... ein würdigeren Schauplatz für einen Endkampf zwischen den beiden Maschinen kann ich mir heute nicht vorstellen. Hier wirft Cameron letztlich alles an Effekten in die Waagschale und liefert ein ähnlich gigantisches Finish wie in "Aliens".

Hier kann man nach dem Haar in der Suppe suchen und noch so sehr bemühen, aber man kann hier kaum Punkte abziehen. "Terminator 2" war, ist und bleibt innovativ, erfrischend, durchaus komplex, bombastisch undvor allem nachhaltig. Ein Film, der den Titel "ein Meilenstein des Genres" völlig zurecht tragen darf.

9,5/10

Der Directors Cut (schnittberichte.com) des Films beinhaltet viele wichtige Szenen, die den Streifen zwar in die Länge ziehen und die Fahrt verlangsamen, aber dafür der Figurenzeichnung und ihren Eigenheiten den nötigen Feinschliff geben. Der hier besprochene "Ultimate Cut" oder auch "Extended Special Edition" ist ganze 18 Minuten länger. Einen Vergleich zwischen den Filmfassungen findet man wie immer hier: schnittberichte.com.

Auch diesen Teil gibt es in einem optisch passenden und schicken Steelbook mit einer Blu-ray, auf der alle drei(!) Filmversionen (Kinofassung/Director's Cut undExtended Special Edition) per Seamless Branching enthalten sind. Dazu massenweise Bonusmaterial und Hintergrundinfos. Ein tolles Teil!