Samstag, 29. März 2014

[KINO FFFnights] Wolf Creek 2 (2013)

http://www.imdb.com/title/tt2004432/

Australien: Die deutschen Rucksacktouristen Katarina (Shannon Ashlyn) und Rutger (Phillipe Klaus) sind per Anhalter zum Wolf Creek unterwegs und machen im Outback ungewollt Bekanntschaft mit Mick Taylor (John Jarratt), einer Art Psychokillerversion von Crocodile Dundee. Der Serienkiller mit dem Abschleppwagen hat es erneut auf Backpacker abgesehen und wetzt bereits seine Messer. Der britische Surfer Paul (Ryan Corr) gerät in große Gefahr, als er versucht, jemandem in Not zu helfen.

Der Opener auf  nights 2014 und ein guter Film gleich zum Start des Festivals. Die globale Handlung steht dem Erstling in kaum etwas nach und verändert auch nicht die Grundsätze. Wozu auch? Wieder einmal werden Backpacker, dieses Mal ein deutsches Pärchen, vom Psychopathen Mick aufgegabelt und effektvoll zur Strecke gebracht. Dabei setzt der Film im Gegensatz zu seinem Vorgänger auf wesentlich mehr Brutalität und Splatter und verzichtet dafür auf den Einsatz der langen und schönen Landschaftsaufnahemen, die den ersten Teil noch etwas von der Masse der Slasher-Filme ahoben. Das schmälert auch etwas die durch eben diese Erwartungshaltung angenommene Stimmung, denn die Bedrohlichkeit durch Einsamkeit "in the middle of nowhere" ist hier wesentlich unscheinbarer und damit in den Hintergrund gerückt.

Dafür gehts es aber wesentlich schneller zur Sache und die Gemeinheit von Mick - den Fans ja nun schon kennen dürften - muss sich nicht mehr lange hinter seinen gespielten Freundlichkeit versteclen. Der Film selbst beginnt schnell, bleibt eine ganze Weile spannend und flaut für meinen Geschmack in der 2 Hälfte etwas ab. Ein paar nette neue Ideen (wie zum Beispiel der umfassende Lastwagen-Känguru-Kill, unterlegt mit der Musik von "The Lion Sleeps Tonight") ist echt witzig. Auch die beiden "Deutschen", die ganz offensichtlich und unverhohlen von Amis gespielt werden und der deutschen Sprache nicht so ganz mächtig sind, lassen kaum ein Klischee des Deutschen aus uns sorgen so ebenfalls zumindest für einige Schmunzler.

Wenn dann Mick endlich wieder sein Opfer Paul eingefangen hat (man sollte eben nicht noch die große Fresse haben, wenn man schon von einem Wahnsinnigen verfolgt wird) wird es etwas ruhiger und driftet schon beinahe in den Bereich des Torture-Porn ab. Das Fragespielchen zwischen Mick und Paul erscheint mir hier unpassend, wenn man Micks vorherige Taten kennt und passt für mich nicht ins Schema. Er wirkt unkonsequent (wenngleich witzig), auch wenn die Idee dahinter sicher eine Gute ist. Das Ende ist dann noch einmal herrlich fies und soll dem Zuschauer einmal mehr ins Gedächtnis rufen, dass die Ereignisse auch auf wahren Begebenheit beruhen (was auch schon zu Beginn des Film mittels einer Taxttafel suggeriert wird). Wie geschrieben: ein guter Opener. Jedenfalls lasse ich Vorsicht walten, sollte ich jemals mit dem Rucksack durch Australien wandern.

6,5/10

Exklusiv im Vertrieb von eightyfour Entertainment erschien der Film in seiner ungeschnittenen Form auch im schicken Mediabook, welches den Film zum allerersten Mal in Deutschland ungeschnitten beinhaltet.