Samstag, 15. März 2014

Jagten - Die Jagd (2012)

http://www.imdb.com/title/tt2106476/

Nach der Trennung von seiner Frau arbeitet der 40-jährige Lucas (Mads Mikkelsen) intensiv daran, wieder im Leben Fuß zu fassen. Eine neue Lebensgefährtin und die Beziehung zu seinem Sohn Marcus (Lasse Fogelstrøm) sind für ihn das höchste Gut. Er kann sich in der kleinen dänischen Gemeinde auf seine Freunde verlassen und findet schließlich als Kindergärtner einen neuen Job, der ihn erfüllt. Die Arbeit macht ihm Spaß und auch bei den Kindern ist er sehr beliebt. Vor allem die kleine Klara (Annika Wedderkopp), Tochter seines besten Freundes Theo (Thomas Bo Larsen), fühlt sich sehr hingezogen zu Lucas und sucht stets seine Nähe. Doch dann nimmt das Drama seinen Lauf: Als sich die kleine Klara von Lucas nicht mehr beachtet fühlt, setzt sie eine verheerende Behauptung in die Welt, die das Leben des liebenswürdigen und hilfsbereiten Lucas erschüttert. Er ist fortan als Freiwild zur Jagd freigegeben und muss nun einen erbitterten Kampf um seinen Ruf und seine Würde führen.

Regisseur Thomas Vinterberg erzählt hier in ganz ruhigen, behutsamen Bildern die Geschichte einer kleinen Aussage und ihrern fatalen Folgen. Musik wird nur spärlich, Schnitte nur selten und auch Worte nur wenig benutzt und doch entfaltet der Film über seine 2 Stunden eine Wucht und Wirkung die mich zutiefst erschüttert hat. "Die Jagd" schafft es, ein schwieriges Thema nämlich Kindesmisshandlung packend und spannend zu behandeln. Durch eine kleine Lüge gerät Kindergärtner Lucas in den Fokus der Dorfgemeinschaft. Was folgt ist eine folgenschwere Hetzjagd durch die Dorfbewohner. Man erwischt sich immer wieder angewidert zusehen, wie Lucas von den Dorfbewohner ausgeschlossen, drangsaliert und Stück um Stück gebrochen wird. Besonders stark ist hierbei Mads Mikkelsen, der seine Rolle als Protagonist perfekt spielt und dafür weitaus mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.

"Die Jagd" ist ein Film, der ganz sicher polarisiert und einem aufzeigt, wie aus einer Lüge eines Kindes ein regelrechter Menschenhass entstehen kann. Leider wird das Ende viel zu viel schnell abgehandelt und lässt immer noch einige (wenige) Fragen offen, was dem Film damit - und nur damit - die Höchstwertung verwehrt. Aber wer mal ein richtig gutes Drama aus Europa sucht, sollte hier unbedingt mal reinschauen. Ein grandioser Film mit einem hervorragenden Mads Mikkelsen, mitfühlend, spannend und dramatisch aber dabei alles andere als Familienunterhaltung oder leichte Kost - trotz der vergleichsweise niedrigen Freigabe.

9/10