Sonntag, 9. März 2014

Fight Club (1999)

http://www.imdb.com/title/tt0137523/

Eine ganze Generation von Männern, die Zweitgeborenen der Geschichte, wanken durch ihr Leben auf der Suche nach einem Sinn, einer Aufgabe, einer Erfüllung ihrer selbst. Doch ein Ziel scheint es in der deprimierenden Konsumgesellschaft nicht zu geben. Auch der von Edward Norton verkörperte Protagonist und gleichzeitiger Erzähler gehört zu diesen verlorenen Seelen, die ungelenkt ihr Dasein fristen. Als er jedoch eines Tages Tyler Durden (Brad Pitt) kennenlernt, soll sich alles ändern. Der von beiden Junggesellen ins Leben gerufene Fight Club, entfesselt ungeahnte Möglichkeiten, die jedoch ebenso unkontrollierbares Ausmaß annehmen. Aus der Rache an der modernen Zivilisation wird schnell ein Kleinkrieg, der seine Opfer fordert. Nicht einmal die verruchte Marla Singer (Helena Bonham Carter) vermag sich diesem unaufhaltsame Treiben zu entziehen.

"Man, I see in fight club the strongest and smartest men who’ve ever lived. I see all this potential, and I see squandering. God damn it, an entire generation pumping gas, waiting tables; slaves with white collars. Advertising has us chasing cars and clothes, working jobs we hate so we can buy shit we don’t need. We’re the middle children of history, man. No purpose or place. We have no Great War. No Great Depression. Our Great War’s a spiritual war…our Great Depression is our lives. We’ve all been raised on television to believe that one day we’d all be millionaires, and movie gods, and rock stars. But we won’t. And we’re slowly learning that fact. And we’re very, very pissed off."

Es fällt einem sehr schwer die Handlung verständlich und spoilerfrei zu verfassen. Diese geht nämlich während des Films in völlig unerwartete Richtungen, was das ganze auch beim ersten mal anschauen so fesselnd macht - und es ist nicht so, dass es beim zweiten Mal weniger beeindruckend wäre.

In David Finchers Meisterwerk ist einfach alles perfekt. Sei es die komplett elektronische und elektrisierende Filmmusik der Dust Brothers, die herausragende Leistung der Darsteller (um damit auch vordergündig Brad Pitt und Edward Norton zu loben), die unvergleichbare Regie-Arbeit selbst, die fesselnde Kameraführung von Jeff Cronenweth und nicht zu vergessen das absolut geniale Drehbuch von Jim Uhls. Der Film macht nicht nur beim ersten Mal Spaß. Wenn man genau aufpasst fällt einem beim zweiten Schauen auf, wie sehr man doch an der Nase herumgeführt und auf den Arm genommen wurde - wenn man auf Details achtet. Außerdem ist der Film nicht nur total spannend und auch lustig (auf eine bitterböse Art und Weise), sondern bietet auch einer der besten und größten Wendungen aller Zeiten. Natürlich sind auch die provokanten Prügel-Szenen und manipulierten Terroristen immer im passenden Moment zu sehen und bringen den Zuschauer stark zum Nachdenken. Doch spätestens bei dem Song "Where Is My Mind" von den Pixies kullert jedem Filmliebhaber eine Träne der Fassungslosigkeit über die Wange und man sitzt mit geöffnetem Mund vor dem Bildschirm - egal wie oft man den Film mittlerweile gesehen hat und in meinem Fall ist das schon sehr, sehr oft.

Als Individuum in einer zerfallenden Gesellschaft voller Heuchler und Verräter fühlt man sich einsam und ausgenutzt, man strebt doch heutzutage nach Höherem. Man will doch in die Chefetage und raus aus seinem Scheißleben. Raus aus seiner Drecksbude vollgepackt mir unnützen IKEA-Möbeln und Markenklamotten. Angestauter Hass und Wut, Wut auf eine Welt die sich selbst verleugnet. Also strebt man nach dem einzigen was einem in dieser vermarkteten Welt übrig bleibt, dem animalischen und wilden Trieb nach Dominanz und Schmerz. Man scheint nicht der einzige zu sein fremde Leute stürmen daher und schließen sich an. Chaos und Selbstzerstörung sind das Ergebnis. Ein Ego getrieben von dem Wahn den "Nullpunkt" zu erreichen, die totale Selbstaufgabe. Tod, Leiden sind das Produkt. Ein Leben für den Kampf, ein Kampf für das Gefühl der Akzeptanz. Wieder fühlen, wieder Mut bekommen. Hochphase über Hochphase, das Leben ist egal der Kampf zählt. Einer ist nicht genug die Gesellschaft muss ihre Verbrechen büßen. Selbstzweifel in Anbetracht der Zerstörung. Zweifel am Kampf. Ein letztes Aufbäumen du bist er er ist du, wer bist du eigentlich? In dieser Welt? Wo stehst du? Es ist egal du bist niemand, nur der Abschaum der gesamten Menschheit. Wut noch mehr Wut, Reue, Buße. Es nützt nichts, das System zerfällt, der Kampf ist verloren. Dein Ego zerfleischt sich selbst, reist sich die Eingeweide raus und gibt sich den Gnadenstoß. Hast du gewonnen? Ist das Leiden vorbei? Eine Explosion! Alles zerfällt. Du zerfällst. Wer bist du? Wer ist Tyler Durden?

"Warning: If you are reading this then this warning is for you. Every word you read of this useless fine print is another second off your life. Don't you have other things to do? Is your life so empty that you honestly can't think of a better way to spend these moments? Or are you so impressed with authority that you give respect and credence to all that claim it? Do you read everything you're supposed to read? Do you think every thing you're supposed to think? Buy what you're told to want? Get out of your apartment. Meet a member of the opposite sex. Stop the excessive shopping and masturbation. Quit your job. Start a fight. Prove you're alive. If you don't claim your humanity you will become a statistic. You have been warned- Tyler."

"Fight Club" ist und bleibt einer der besten Filme aller Zeiten und zwingt einem immer wieder, ihn sich erneut anzuschauen. Spannend, sozialkritisch, tiefgründig... Besser hätte man einen Film nicht inszenieren können! Danke Herr Fincher!

10/10