Mittwoch, 19. Februar 2014

Prometheus 3D (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1446714/

Wir schreiben das späte 21. Jahrhundert. Überall auf der Welt wurden bei den unterschiedlichsten uralten Kulturen, wie den Azteken oder Mesopotamiern, Zeichnungen gefunden, die auf eine Art Sternenkarte hinweisen. Eine Gruppe von Wissenschaftlern unter Leitung von Dr. Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) soll im Auftrag des Weyland-Konzerns, gegründet vom Visionär Peter Weyland (Guy Pearce), diesen Zeichen nachgehen, die Shaw als eine Art Einladung deutet. An Bord des gigantischen Raumschiffes, das sinnigerweise Prometheus heißt, befindet sich u.a. auch ein hochentwickelter Android namens David (Michael Fassbender), der äußerlich nicht mehr von den Menschen zu unterscheiden ist. Die Mission, die von Meredith Vickers (Charlize Theron) für den Weyland-Konzern organisiert und überwacht wird, führt das Team und die Crew von Captain Janek (Idris Elba) an den Rand des Universums und in eine Welt jenseits der Vorstellungskraft. Was sie schließlich finden, ist nicht nur die mögliche Wiege der Menschheit, sondern auch der wahrscheinliche Untergang der menschlichen Rasse...

Was war das damals für eine Nachricht; Ridley Scott kündigte die Vorgeschichte der "Alien" Filmreihe an. Die Erwartungen der Fans stiegen förmlich ins unermessliche. Doch schon während der Produktion gab es immer wieder Meldungen, dass die Story wieder und wieder geändert wurde und der Film am Ende doch nicht ein direktes "Prequel" werden wird. Das Endergebnis zeigt nun, dass dies wohl eine der Untertreibungen des Filmjahres 2012 war. Bis auf ein paar Anspielungen (und den Namen Weyland natürlich) hat Prometheus nichts mit den "Alien"-Filmen zu tun.

Stattdessen wird hier eine eigenständige Geschichte erzählt. Diese ist im Sci-Fi-Genre zwar nicht wirklich neu und originell, doch weiß sie durchaus zu unterhalten. Die Stärke des Films liegt in der Optik und da schöpft Scott wie immer aus dem Vollen. Vor allem ist auch das 3D wunderschön und nie aufdringlich, sondern eher passiv und auf Tiefe, statt auf Effekt aus. Nur anwenigen Stellen bricht es aus dem Schirm heraus - aber dann passt es auch und wird zum Eyecatcher. Die Computeranimationen fand ich extrem gut gelungen und verdammt schön anzusehen. Die düstere Atmosphäre, die Welt des Planeten LV-223 auf dem die Besatzung landet und die ganzen technischen Geräte die im Film zum Einsatz kamen, waren ebenfalls sehr gut gelungen und interessant.

Charlize Theron als dominante, ehrgeizige Anführerin der Expeditions-Gruppe war wieder einmal sehr schön anzusehen, die Rolle passte einfach perfekt zu ihr. Auch Guy Pierce (den man kaum erkennt) und Michael Fassbender als Android David ist die ideale Besetzung, da hätte man wohl keinen besseren finden können. Die anderen Akteure machen ebenfalls alle ihre Sache ausserordentlich gut, auch wenn sie alle etwas unbekannter sind. Die Geschichte ist soweit gut, mehr nicht, denn besonders gegen Ende hin streuen sich kleinere Ungereimtheiten in den Ablauf der Handlung ein, aber auch da kann man sich fragen: "Wie hätte man selbst gehandelt?". Scott lässt zweifelsfrei Raum für Interpretationen, kommt aber nie von seiner klaren Linie ab. "Prometheus" mutiert während seiner Spielzeit zu einem durchaus verstörenden Science Fiction-Horror-Thriller, der klassische "Alien"-Elemente aufweist und natürlich zum Ende hin den ulitmativen Grundstein für das spätere "Alien"-Universum liegt. Hier und da noch etwas mehr Feinschliff in Figuren und Drehbuch hätten den Film durchaus in die Liga der Meisterwerke hieven können, so übergibt Scott der Welt trotzdem ein grandioses "Alien"-Prequel, dass mich zumindest nach dem Schauen noch weiter beschäftigt hat.

Selbst ohne "Alien"-Vorkenntnisse funktioniert der Film als eigenständiges Werk und gehört für mich zu den Besten seiner Zunft. Der Film funktioniert bei der 2. Sichtung übrigens noch besser und man bekommt ein feineres Gefühl für das Gesamtkonstrukt. Insgesamt also ein sehr guter Sci-Fi- Film, der an ein paar Stellen die beklemmende Wirkung von "Alien" ansatzweise rüberbringt. Doch da man am Ende mit mehr Fragen als Antworten zurück gelassen wird, sind die Erwartungen an die Fortsetzung wieder nicht gerade gering.

8/10