Montag, 9. Dezember 2013

Unthinkable (2010)

http://www.imdb.com/title/tt0914863/

Der zum Islam konvertierte Nuklear-Experte Steven Arthur Younger (Michael Sheen) hat in drei amerikanischen Großstädten Atombomben versteckt und den Behörden bleiben zwei Tage, bis diese explodieren. FBI-Agentin Helen Brody (Carrie-Ann Moss) steht vor einem Rätsel: Younger lässt sich absichtlich fassen, ist aber nicht gewillt, die Standorte der Bomben preiszugeben. Deswegen wird der Black-Ops-Verhörspezialist „H“ (Samuel L. Jackson) zu den Ermittlungen hinzugezogen. Seine Verhörmethoden erfüllen eindeutig den Tatbestand der Folter und brechen sämtliche Menschenrechte. Agentin Brody ist entsetzt. Doch die Uhr tickt ...

"Unthinkable" legt den Finger genau dorthin, wo es weh tut. Die Frage, ob Foltern nun als letztes Mittel erlaubt ist, sollten tausende Menschen in Lebensgefahr sein, beschäftigt schon lange. Natürlich bietet "Unthinkable" dabei keine Lösung, eigentlich interessiert der Film sich kein bisschen für einen Diskurs. Allerdings wirft er dennoch wichtige Fragen auf, auch wenn die Antworten nicht wirklich gegeben werden, bzw. mit Absicht ausgespart werden. In erster Linie will der Film nämlich als astreiner Thriller funktionieren und das tut er in allen Belangen. Dank dem vortrefflichen Cast erscheint die Situation glaubwürdig, auch wenn das Budget hier und da offensichtlich nicht ganz ausgereicht hat.

Dafür darf man Michael Shannon, Samuel L. Jackson und natürlich Carrie-Ann Moss dabei zusehen, wie sie versuchen aus der Situation das Beste zu machen. Shannon überzeugt als religiöser Fanatiker restlos und auch Jackson gibt seine beste Leistung seit langem ab. Moss stiehlt mit ihrer Rolle als Moralapostel aber allen die Show und sorgt auch für diese Spur von Nachdenklichkeit und Ungemütlichkeit, die den Film durchzieht. Jackson spielt seinen ambivalenten Charakter mit Bravour. Auf der einen Seite sympathisch, hat er dennoch keine Probleme dem Terrorist Zehen abzuschneiden und ähnlich fieses mit ihm anzustellen. Dabei wird jedoch auch deutlich, dass er das nicht tut, weil ihm das Spaß macht, sondern weil er muss. Weil er der Einzige ist, der es machen kann. Subtil gelingt es dem Film auch seine Zweifel an seinen Taten miteinzubringen, auch wenn es durch seine immer heftigeren Taten nicht den Anschein hat. Der Rest des Filmes ist spannende Unterhaltung, die zwar nicht wirklich schön ist, aber zumindest mitreißt. Die Spannungskurve geht konstant nach oben, die Wortgefechte zwischen Jackson und Moss sind interessant und nebenbei verteilt derFilm noch einmal ein paar Ohrfeigen in Richtung Politiker und hohe Militärs. Hier ist die Folter das Mittel zum Zweck, eine Notwendigkeit. Das mag vielleicht nicht gefallen, als Thriller funktioniert der Film jedoch schlicht und ergreifend sehr gut. 

7/10

http://tinyurl.com/qcqff4z