Samstag, 7. Dezember 2013

Aliens - Aliens: Die Rückkehr (Director's Cut) (1986)

http://www.imdb.com/title/tt0090605/

57 Jahre nach ihrer ersten Begegnung mit einem Alien wird Officer Ellen Ripley als einzige Überlebende aus ihrem Raumschiff gerettet. Gemeinsam mit einer Elite-Kampftruppe kehrt sie an den Ort des Grauens zurück, um das Verschwinden dort ansässiger Kolonisten aufzuklären. Mit einem Alien hat sie gerechnet, doch was sie erwartet sind Hunderte!

Zweite Teile müssen sich immer mit dem meist wesentlichen besseren Vorgänger messen. Aber dieser Teil steht dem ersten in keinster Weise nach; er ist nur eben anders. Nicht ganz so sehr Horrorlastig, dafür aber mit geballter Firepower und jeder Menge Action - und mit Special Effects die ihresgleichen suchen - noch heute. Regisseur James Cameron hat mit dem Sequel etwas gescaffen, was bis heute nachwirkt.

57 Jahre sind vergangen, als Ripleys Fluchtkapsel, mit der sie von Bord der Nostromo flüchtete, zufällig durch ein Sicherheitssystem der Gesellschaft treibt. Noch immer hat sie Albträume, noch immer den Schrecken im Hinterkopf, als das Alien ihre gesamte Crew vernichtet hat. Und nun, nachdem sie vergeblich versucht hat, die Oberhäupter der Gesellschaft von der Existenz dieser Wesen zu überzeugen und Menschen seit 20 Jahren auf LV-426 leben und arbeiten, bricht der Kontakt just in dem Moment zu dieser Kolonie ab. Ganz schön konstruiert, oder? Passt aber wunderbar, denn nun muss sich Ripley (wieder einmal mehr perfekt als Powerfrau: Sigourney Weaver) erneut den fiesen Säurespuckenden Viechern stellen. Dieses Mal sind aber auch noch ein gutes Dutzend USC Marines dabei, die mit einem ganzen Arsenal an Waffen in den errichteten Komplex von LV-426 gehen.

Das Design dieser Bodenstation ist ähnlich dem Raumschiff Nostromo: verschlungene Gänge, blinkende Warnlichter, Automatiktüren, kaum Platz, da alles mit Elektronik vollgestopft ist und dazischen die grausam-schöne und gleichzeitig groteske Biomechanik der Aliens, die sich nach und nach entfaltet. Ja, "Aliens" setzt auf altbewährte Muster und Formen der Klaustrophobie, die sich auch hier - ion diesem Actionfeuerwerk - voll entfalten können. Denn auch die Marines mit all ihren übermächtigen Waffen können nichts gegen die Horden von Aliens ausrichten, die sich fast jeden der Kolonisten gegriffen und in Aliens verwandelt haben. Alle außer einem kleinen Kind: Rebecca/Newt (Carrie Henn, die in keinem weiteren Film mitgespielt hat - bis heute nicht), die eine geradezu herzergreifende Komponente bietet und die - im krassen Gegensatz zu vielen anderen Kindernebendarstellern in anderen Actionfilmen - auch kein bisschen nervig wirkt. Hier kann Ripley ihren ganzen Mutterinstinkt heraushängen lassen (hat sie ihre Tochter doch nach den 57 Jahren im All bereits verloren) -  und gegen die fiesen Aliens mit aller Gewalt kämpft. Der Film hat auch etwas, was ich heute teilweise schmerzlich vermisse: einen gut gewählten und fast durchgängig stark agierenden Cast, denn selbst weitere Darsteller, wie etwa Lance Henriksen als Androide Bishop, Bill Paxton als Pvt. Husdon, Jeanette Goldstein als Pvt Vasques (die kennt man vielleicht noch aus späteren Filmen wie "Lethal Weapon 2" oder "Terminator 2") oder Michael Biehn als Cpl. Dwayne Hicks machen ihre Sache extrem gut. Sicher gibt es auch die eine oder andere Szene, bei der man schmunzeln muss, aber alles in allem ist es ein harter Actionhorror, der eine spätestens ab dem Zeitpunkt nicht mehr loslässt, wenn die Marines das erste Mal in die Gefilde der Aliens vordringen.

Die Aliens selbst sind großartig und noch etwas anders als im ersten Teil. Es sind "Alien-Warrior", Drohnen, die einzig und allein wie Ameisen den Bau versorgen. Den Bau? - Ja, denn gegen Ende des Film bekommt man es zum allerersten Mal mit der "Alien-Queen" zu tun - einem gigantischen Wesen mit riesigen Klauen und Zähnen. Bis heute zählt diese Queen für mich zu den eindrucksvollsten Fimmonstern, die je erschaffen wurden. Diese Details, die filigranen biomechanischen Linien, gepaart mit dieser Bösartigkeit. Genial. Insgesamt hat man den Eindruck, dass hier noch ein paar mehr Dollar für die Erschaffung dieser Wesen ausgegeben wurden, auch die Sequenzen mit ihnen sind länger und man sieht sie endlich mal in ihrer ganzen Pracht. "Aliens" ist einfach ein großartiges Spektakel, das auf über 2 Stunden länge zu keiner Sekunde langweilt und grandios unterhält. Effekte, Darsteller und Kulisse von diesem Inferno sind spektakulär und am Ende besonders wirkungsvoll, weil sie quasi als Nachschlag kommen, als alles bereits in trockenen Tüchern zu sein scheint. Auch als Ripley in einer Kampfmaschine sitzt, bekommt die Auseinandersetzung eine neue fast persönliche Dimension. Auch der Score von James Horner trägt sein übriges dazu bei: er vwerwendet die bekannten Themen von Jerry Goldsmith aus Teil 1, setzt aber noch eins drauf und bringt so einen genauso erinnerungswürdigen Soundtrack wie Goldsmith 1979.

Der Director's Cut, die gegenüber der Kinofassung beinahe 16-einhalb Minuten länger läuft, ist der Kinofassung definitiv vorzuziehen, denn nur er zeigt, was auf LV-426 geschah, bevor der Kontakt zur Kolonie abriss und bietet auch sonst einige Erweiterungen, die den Film "runder" machen. Einen Schnittbericht dazu gibt es - wie immer - hier: schnittberichte.com. Interessant ist auch die Tatsache, dass für die Blu-ray-Version ein paar offensichtliche Filmfehler ausgemerzt wurden: den Bricht dafür gibt es ebenfalls hier.

Insgesamt gilt für den Film, der dem Ersten in nichts nachsteht, nur eben anders ist: bahnbrechend, großartig, genial. Ein sanfter Beginn, fast eine Hommage an die stillen Bilder des Originals, in den Sitz drückende Beschleunigung nach merklich mehr als einer Stunde und ein absolut gelungenes Finale voller Adrenalin. Fesselnd, spannend, mitreissend und nie langweilig. Nahezu perfekt.

9/10

Als exklusive und auf jeweils nur 1000 Stück limitierte Ausgabe erschien 2014 bei Zavvi in Großbritannien der Film in beiden Fassungen (Kinofassung und Special Edition) im geprägten Steelbook mit einem unglaublich schönen, weil schlichtem Artwork.