Donnerstag, 19. Dezember 2013

Alien³ (Director's Cut) (1992)

http://www.imdb.com/title/tt0103644/

Nachdem sie sich, Hicks und das Mädchen Newt im letzten Teil aus den Klauen der Aliens befreien konnte, schweben sie nun in einer Rettungskapsel im Tiefschlaf durchs All. Nach einem Brand leitet der Bordcomputer eine automatische Notlandung ein, direkt auf einem einsamen Gefängnisplaneten, wo die schlimmsten Verbrecher der Galaxis inhaftiert sind. Diese haben sich einem leicht mystischen Glaubenskodex verschworen und arbeiten unter recht rückständigen Verhältnissen in einer runtergekommenen Bleigießerei. Doch Ripley ist nicht, wie zuerst vermutet, die einzige Überlebende der Bruchlandung...

Ich glaube, "Alien³" ist der Teil mit der faszinierendsten Hintergrundgeschichte zur Entstehung des Films. David Fincher hatte einst mit diesem Film sein Regiedebüt, war also noch blutiger Anfänger und sollte sich erst später zu einem der gefragtesten Regisseuren Hollywoods entwickeln. Infolge der problematischen Produktion und der kontroversen Umstände bei der Veröffentlichung wurde "Alien³" immer mehr zu einer Kuriosität. Gerüchte über kreative Einmischung, verschollene Szenen und sogar einer vollkommen unterschiedlichen Schnittfassung, die angeblich die ursprüngliche Vision Finchers wiederherstellen sollte, verschafften dem Film schnell Kultstatus unter den Fans. Viele waren allerdings der Meinung, dass Finchers Werk ernsthaften Schaden davongetragen hatte. Gerüchte hin oder her, Fakt ist: Es gibt keinen wundersamen, verschollenen "Director`s Cut" von Alien³. Was allerdings wirklich existiert, ist vielleicht genauso faszinierend. Der hier vorliegende "Director's Cut" ist eine vollständig restaurierte und überarbeitete Version des 1991 erstellten Rohschnitts von "Alien³". Mit einer über 30 Minuten längeren Laufzeit erhält der Film mehrere neue Sequenzen und eine Kombination von außergewöhnlichen, bisher unveröffentlichten optischen Effekten und einigen kürzlich vervollständigten digitalen Effekten, die notwendig waren um das neue Material nahtlos in den Film zu integrieren.

Der "Director's Cut", wenn man ihn nun so nennen mag, ist die wesentlich bessere Fassung des Streifens. Nicht nur in meinen Augen. Er besitzt viel mehr Tiefe und Geschichte. Einen Überblick gibt es hier: schnittberichte.com.

Doch zum Film: "Alien³" bietet zuallerest eine sehr dichte, düstere/bedrückende Atmosphäre und verzichtet weitgehend auf actionorientierte Momente. Durch eine gelungene Optik und eine nette Ausgangslage wird man prinzipiell gut unterhalten. Aber der Streifen ist trotzdem nicht mehr als ein guter SciFi-Thriller, ein wenig hinter den beiden Vorgängern zurück. Die Spannung und der Thrill des ersten Teils ist duirchaus vorhanden, dafür sorgt allein die düstere und vor allem dreckige Umgebung des Gefängnisses. Auch die Action der Fortsetzung kommt nicht zu kurz, auch wenn diese wie schon geschrieben in einem überschaunbarem Rahmen bleiben. Selbst das "neue" Alien scheint bösartiger zu sein. Schneller, grausamer und gar nicht mehr so sehr darauf bedacht aus der Dunkelheit heraus zu agieren. Kameramann Alex Thomson hat die Gefängisstation exzellent eingefangen und erfreut das Science-Fiction Herz mit langen Kamerafahrten und geschickten Einstellungen, dadurch wird die Atmosphäre grandios unterstützt. Auch in Sachen Soundtrack hat Elliot Goldenthal sehr gute Arbeit geleistet, besonders im Schlussdrittel kristallisiert sich dies dabei heraus. Die Darsteller, allen voran natürlich Sigourney Weaver sind sehr passend gewählt und es gibt keinen einzigen Ausfall diesbezüglich zu verzeichnen. Ellen Ripley mit Glatze fand ich ziemlich cool, mal was anderes.

Insgesamt bleibt Finchers Film aber leider doch etwas hinter seinen Vorgängern zurück, weil ihm in meinen Augen im Showdown ein wenig die Luft ausgeht. Zuvor hat der Film vor allem von den Figuren mit ihren Konflikten, den Dialogen und der bestechenden Optik gelebt, der Schlusskampf ist dann zwar noch gut, erreicht aber weder Scotts beängstigenden Überlebenskampf noch Camerons gigantische High-Tech-Schlacht. Irgendwie befremdlich, wie das Alien an der Decke rumkrabbelt und auch die finale Szene mit Ripley ist für meinen Geschmack dann doch ziemlich merkwürdig.

7,5/10

Als exklusive und auf jeweils nur 1000 Stück limitierte Ausgabe erschien 2014 bei Zavvi in Großbritannien der Film in beiden Fassungen (Kinofassung und Special Edition) im geprägten Steelbook mit einem unglaublich schönen, weil schlichtem Artwork.