Dienstag, 19. November 2013

In The Mouth Of Madness - Die Mächte des Wahnsinns (1994)

http://www.imdb.com/title/tt0113409/

John Trent (Sam Neill) ist Versicherungsdetektiv, ein Meister im Aufspüren von Fälschungen und Betrügereien. Eines Tages wird er beauftragt, den vermissten Horror-Schriftsteller Sutter Cane (Jürgen Prochnow) zu suchen. Trent wittert sofort einen Versicherungsbetrug, denn der smarte Verleger Jackson Harglow (Charlton Heston) und seine hübsche Lektorin Linda (Julie Carmen) profitieren mächtig vom Verschwinden ihres Starautors: es bringt Cannes, noch unvollendetem Roman "Die Mächte des Wahnsinns", der von Millionen Fans mit Spannung erwartet wird, noch zusätzliche Publicity ein. Trents Selbstsicherheit wird erstmals erschüttert, als er Canes Romane liest und schreckliche Alpträume bekommt. Als ihn die Suche nach Cane in die Kleinstadt Hobb’s End führt, die auf keiner Landkarte verzeichnet ist, lernt er den Ort des Grauens kennen. Danach ist nichts mehr so, wie es vorher war.

Der letzte große Carpenter-Film mitdem er ein letztes Mal zeigt, was ihn so stark und außergewöhnlich gemacht hat: die Atmosphäre. Schon bei seinen besten Filmen "Assault On Precinct 13", "Halloween", "The Fog", "Escape From New York" und "The Thing" war die Stimmung maßgebend, doch nie war sie so entscheidend wie bei " In The Mouth Of Madness". John Trent (perfekt: Sam Neill) wird buchstäblich in den Schlund des Wahnsinns gezogen. Mit Abstand ist das Carpenters surrealster Film, deshalb wohl auch am schwersten zugänglich und eher mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Genau so muss der aber doch sein, darum geht es doch. Ein purer Albtraum, jenseits irgendwelcher Erklärungen und Konventionen. Als Zuschauer glaubt man bald selber, dem Wahnsinn zu verfallen, ebenso wie die Figuren der Geschichte. Ein morbides, bizarres Schreckenstheater, der Wahnsinn greift unaufhaltsam um sich und wird in der klassischen Carpenter-Stimmung serviert.

Ein außergewöhnlicher Horrorfilm, da er das Grauen nicht erklärt, sondern einfach wirken lässt. Dazu gibt es einen der besten Rollennamen aller Zeiten: Sutter Cain (Jürgen Prochnow)! Klingt nach Stephen King? Soll auch so sein, aber das ist doch mal ein Name, bei dem sich die Nackenhaare reflexartig hochstellen. Großartig!

7/10