Donnerstag, 24. Oktober 2013

Scott Pilgrim vs. The World - Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt (2010)

http://www.imdb.com/title/tt0446029/

Der ebenso charmante wie arbeitslose 22-jährige Scott Pilgrim (Michael Cera) spielt Bass in der Indieband Sex Bob-omb und hat eben Ramona Flowers (Mary Elizabeth Winstead) kennengelernt – buchstäblich das Mädchen seiner Träume. Aber leider muss er erst ihre sieben bösen Ex-Lover besiegen, wenn er Ramonas Herz gewinnen will. Die Comicverfilmung von Kultregisseur Edgar Wright ("Hot Fuzz", "Shaun Of The Dead") ist das knallbunte Actionabenteuer eines romantischen Abhängers, der um den Highscore für die Liebe kämpft, bevor es GAME OVER heißt!

Der Film beginnt mit einem Universal-Logo im C64-Stil, unterlegt mit Adlib-Sound. Das müsste eigentlich schon alles sagen. "Scott Pilgrim vs. The World" ist defintiv kein Film der jedem gefällt, denn seine Story und seine Aufmachung sind vielleicht nur was für Hardcore-Nerds. Mir hats jedenfalls gefalllen, die Story ist herrlich skurril und unlogisch, ebenso wie die wunderbar überdrehten Charaktere. Der Film ist unglaublich witzig, und das sogar noch auf eine höchst innovative Art. Das Universum des Streifens funktioniert nämlich ähnlich einem Videospiel ("Street Fighter", "Tekken" oder "Mortal Kombat"), was vielen Kennern mehr als einmal die Lachtränen in die Augen schießen lässt, wenn zum Beispiel ein Gegner besiegt wird, und dieser daraufhin in Münzen aufgeht, diese aber nicht mal für den Bus nach Hause reichen. Oder vielen kleinen (oft pixeligen) Grafiken ("One Up!"), die immer wieder eingespielt werden, sobald etwas abgedreht, laut oder emotional wird. Oder die "Tricky!"-Einlage. Geil. Allgemein ist der Film mit Popkultur-Verweisen bis unter die Decke vollgestopft und zitiert sich einmal quer durch Filme, Comics, Videospiele, Musik und wieder zurück.

Es ist zudem erstaunlich wie detailreich die Szenerie zum Teil ist und wieviele kleine Anspielungen darin verteckt sind. Dabei fordert der Film den Zuschauer sehr oft heraus, sein nerdiges Vorwissen einzusetzen. Und man wird dafür belohnt. Aber genau hier liegt auch die große Gefahr: Ich kann mir gut vorstellen, das Leute die eben nicht über die oben genannten Themen einigermaßen Bescheid wissen, nicht ganz soviel Spaß an dem Film haben werden. Das ist aber gar nicht mal so schlimm, denn hierbei handelt es sich nunmal um einen Film, der eben von einer bestimmten Zielgruppe für eine bestimmte Zielgruppe gemacht wurde. Das hierbei die Sehgewohnheiten des Mainstreams gekonnt umschifft wurden, macht es für die Leute die den Film mögen nur noch schöner. Und wer jetzt denkt es handle sich hierbei nur um eine Komödie mit Popkultur Referenzen, dem sei gesagt das sich hinter dem Klamauk auch eine schöne und von allen Darstellern bis in die Nebenrollen schön gespielte Coming-of-Age Geschichte verbirgt.

Abschließend kann gesagt werden, dass Regisseur Ed Wright hier eine wundervoll symphatische Komödie abgeliefert hat, wie man sie im heutigen Einheitsbrei nur noch selten sieht.

8/10