Dienstag, 10. September 2013

Unsere Mütter, unsere Väter, Teil I: Eine andere Zeit (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1883092/

Juni 1941, Tage vor dem Überfall auf die Sowjetunion: In Berlin treffen sich fünf Jugendfreunde, um Abschied zu nehmen: Wilhelm (Volker Bruch), überzeugter Soldat der Wehrmacht, Friedhelm (Tom Schilling), sein weniger überzeugter Bruder, die lebenslustige Greta (Katharina Schüttler), die Nazis für Spießer hält und davon träumt, ein UFA-Star zu werden, die ernste Charlotte (Miriam Stein), die fest an den Nationalsozialismus glaubt und sich zur Krankenschwester ausbilden lässt, um Volk und Führer zu dienen, und schließlich der Jude Viktor (Ludwig Trepte), der verzweifelt seine Eltern zu überzeugen versucht, Deutschland endlich zu verlassen. Sie verleben noch ein paar ausgelassene Stunden, dann treibt das Schicksal sie auseinander: Fünf Freunde und die Verabredung auf ein Wiedersehen. Fünf Menschen am Ende ihrer Jugend und mitten im Krieg. Und ohne eine Vorstellung von dem, was dieser Krieg mit ihnen und der Welt machen wird...

http://www.imdb.com/title/tt2764598/

Eins vorab: ich bin kein Fan deutscher Filme. Es gibt nur sehr wenige, die ich richtig gut finde und sehr selten sind TV-Produktionen dabei. Vielleicht habe ich ja Vorurteile gegenüber deutschen Produktionen, dabei belehren mich doch immer wieder einige Perlen aus der hiesigen Unterhaltungsbranche eines Besseren. So oder zumindest so ähnlich geht es mir hier. Einerseits denke ich ja, dass die deutsche Filmindustrie geradezu dafür ausgelegt ist Kriegsfilme, spezielle um das Thema erster und zweiter Weltkrieg, zu drehen. Und das muss man zweifelsohne anerkennen: das kann sie wirklich gut. Schon mit "Stalingrad" bewies der deutsche Film, dass er sich zwar nicht immer historisch korrekt aber immerhin spannungsreich und mit dem nötigen Fingerzeig dieses Themas animmt. So ist es auch hier.

Der TV-Produktion erster Teil hier fasziniert allein schon durch die Kostüme und das Setting, was den Zuschauer - also mich - tatsächlich in die Zeit des Berlins von 1941 versetzen kann. Ohne viel Schnörkel, vielleicht mit einem Hauch zuviel Klischée, aber immer noch so wirklich, wie es nötig ist. Dabei legt der Film ja auch Wert darauf, keine Dokumentation zu sein. Eher ein nicht wirklich korrektes historisches Zeugnis, wie es gewesen sein könnte. Und sich, ja, die eine oder andere Geschichte wird der hier erzählten ähneln. Mehr aber auch nicht. Aber es ist irgendwie unterhaltsam, fesselnd, traurig, spannend. Und die musikalische unaufdringliche Unetrmalung trägt hier ein großes Stück Atmosphäre bei. Ich bin positiv überrascht. Schon nach wenigen Minuten wusste ich "Das wird was!" - und das schaffen eigentlich nur wenige Filme. Aber ich finde die Geschichte interessant und das Ende des ersten Teils lässt mich es kaum erwarten den zweiten zu sehen. Für eine TV-Produktion, Hut ab!

8/10

http://tinyurl.com/plkrcye