Montag, 16. September 2013

Blow (2001)

http://www.imdb.com/title/tt0221027/

Kaum erwachsen zieht George (Johnny Depp) mit seinem Kumpel Tuna (Ethan Suplee) nach Kalifornien und beginnt sogleich einen regen Marihuana-Handel zu etablieren. Hier lernt er auch die attraktive Stewardess Barbara Buckley (Franka Potente) kennen, mit deren Hilfe sich sein Geschäft weiter vergrößert. Auf der Suche nach immer lukrativeren Geschäftsmodellen ändert er seine Einkaufspolitik und kauft direkt im Produktionsland Mexiko. Die erhöhten Mengen ziehen zwangsläufig eine erhöhte Aufmerksamkeit der Strafverfolgungsbehörden nach sich, weshalb George irgendwann im Gefängnis landet. Aber auch die Inhaftierung entwickelt sich eher zur Geschäftsmöglichkeit, nämlich dann als er Diego Delgado (Jordi Mollà) kennenlernt, einen Zellengenossen mit Kontakten zum Medellin-Kartell. Von da an ist alles auf Blow: Seine Geschäfte, seine Freizeit und sogar sein Ehe- und Familienleben mit Mirtha (Penélope Cruz). Blow zeigt eine spannende, lustige, liebevolle und traurige Lebensgeschichte, die bestimmt ist vom Kampf um und gegen die mächtige Droge.

"Blow" ist eine lustige, beeindruckende, umfangreiche und berührende Literaturverfilmung der Biographie des ehemaligen Kokainbarons George Jung. Perfekt gespielt von Johnny Depp zieht der Hauptcharakter sofort die Sympathien des Publikums auf sich und sorgt ironischerweise dafür, dass man ihm stets wünscht, seiner Strafe zu entgehen - bis zum Ende des Films. Die Nebenfiguren sind allesamt gut bis sehr gut besetzt und der Soundtrack ist passend und fetzig zugleich. Im gegensatz zu manch anderem Drogenfilm liegt hier der Schwerpunkt eher auf dem eigentlichen Business und letztendlich dem familiären Scheitern des George Jung und nicht auf dessen Eskapaden. "Blow" ist vergleichbar mit Filmkollegen wie "Trainspotting" und somit auch ein sehr gutes Drama, dass es schafft den Spannungsbogen bis zum tragischen aber leider unvermeidbaren Ende aufrechtzuerhalten. Er kommt natürlich nicht an Gangsterfilmgrössen wie "GoodFellas" oder "Scarface" ran, aber trotzdem ist diese kleine Filmperle mehr als sehenswert.

"War's das letztendlich alles wert? Ach verdammt. Wie unwiderruflich ich mein Leben vertan habe. Es ist immer der letzte Tag des Sommers. Ich steh draußen in der Kälte und keiner öffnet mir die Tür. Zugegeben, es gab in meinem Leben mehr als genug bewegende Momente. An den meisten Menschen zieht das Leben vorüber, während sie damit beschäftigt sind, grandiose Pläne zu schmieden. Überall, all die Jahre habe ich hier und dort Stücke meines Herzens gelassen und jetzt ist kaum noch genug davon übrig, um weiter zu leben. Doch ich zwinge mich zu lächeln, denn ich weiß, dass mein Ehrgeiz mein Talent bei weitem übertrifft. Es stehen keine prachtvollen Schimmel oder schöne Damen mehr vor meiner Tür."

Das Biopic über George Jung stammt aus dem Jahr 2001. Tragischerweise starb der Regisseur und Produzent des Films - Ted Demme - kurze Zeit nach Vollendung des Films bei einer Herzattacke während eines Basketballspiels, angeblich unter dem Einfluß von Kokain. Wie ironisch.

8,5/10