Dienstag, 27. August 2013

The Silence Of The Lambs - Das Schweigen der Lämmer (1991)

http://www.imdb.com/title/tt0102926/

Der Klassiker unter den Thrillern schlechthin! Mit "Das Schweigen der Lämmer" gelang nicht nur Anthony Hopkins die Verkörperung eines genialen Killers und Psychopathen, sondern auch Jodie Foster der Durchbruch in Hollywood. Ein genialer und böser Film.

Der jungen FBI-Auszubildenden Clarice Starling (Jodie Foster) wird die Mitarbeit in einem schwierigen Fall anvertraut. Schon seit langem ist das FBI auf der Suche nach dem Serienkiller Buffalo Bill (Ted Levine), der es jedoch hervorragend versteht, sich zu verstecken. Als letzte Möglichkeit soll Starling nun in Gesprächen mit Dr. Hannibal Lecter (Anthony Hopkins), seineszeichen Psychiater und Liebhaber von Menschenfleisch, mehr über den Täter herausfinden. Denn Lecter vermag es, sich in den Mörder hinein zu versetzen und womöglich auch Anhaltspunkte zu seinem Aufenthaltsort zu geben. Doch Lecter will Gegenleistungen für seine Hilfe und bringt Clarice Starling dazu, ihm persönliches aus ihrem Leben zu erzählen. Das psychologische Katz-und-Maus-Spiel nimmt seinen Lauf, während Buffalo Bill bereits ein weiteres Opfer gefunden hat - die Tochter der Senatorin.

Ich hatte vor langer Zeit das Vergnügen das Buch gelesen zu haben, allerdings erst nach der Sichtung des Films von Jonathan Demme. Was der Regisseur aus der Buchvorlage von Thomas Harris gebastelt hat, ist Spannung und vor allem Angespanntheit pur. Sparsam eingesetzte, aber heftige Schockeffekte unterstreichen die Stimmung, die einen knapp 2 Stunden lang nicht loslassen will. Die Kameraeinstellung, die die Personen während der Dialoge oftmals frontal zeigt, ist verblüffend, der Soundtrack nervenzerreisend und die Story einfach legendär.

"Was wurde aus Ihrem Lamm Clarice?" - "Er tötete es." - "Sie wachen immer noch manchmal auf, nicht wahr? Wachen auf im Dunkeln und hören die Lämmer schreien." - "Ja." - "Und Sie glauben, wenn Sie die arme Catherine retten, dann würde all das aufhören? Sie glauben, wenn Catherine lebt, würden Sie nie wieder im Dunkeln aufwachen, durch dieses grauenhafte Geschrei der Lämmer." - "Ich weiß es nicht, ich weiß es nicht." - "Danke Clarice, danke."

Die bedrückende Atmosphäre und die Intensität der Bilder sind genial. Jodie Foster und Anthony Hopkins tragen den kompletten Film. Foster spielt die scheue und anfänglich fast schon ängstliche Nachwuchs-FBI-Agentin spitzenmässig. Und trotzdem ist dies gegenüber der Leistung von Anthony Hopkins doch nur Durchschnitt. Er ist zwar nur gut 16 Minuten im Film zu sehen, aber was bringt dieser Mann in dieser Zeit rüber! Eine Figur zwischen Kultiviertheit und Wahnsinn, zwischen Symphatie und Abscheu. Er verleiht seiner Person Lecter ein markantes und einprägsames Gesicht und bohrt sich mit seiner Darstellung in die Hirne der Zuschauer. Die Szenen mit ihm sind die absoluten Highlights des Films und seine Schauspielkunst ist aus meiner Sicht qualitativ nicht mehr zu überbieten.

Der einzige Grund warum der Film die Höchstwertung nur knapp verpasst hat, ist das verhältnismäßig seichte Ende. Aber das ist jammern auf sehr sehr hohem Niveau, denn seine intensive Inszenierung, sein unvergleichliches Talent extreme Spannung zu erzeugen, sowie das überragende Schauspiel in diesem Film, machen aus diesem ohnehin schon grandiosem Drehbuch einen alptraumhaften, fiesen, faszinierenden Trip in die Abgründe des Menschen. Ein Meisterwerk, das nach jeder Sichtung immer besser zu werden scheint.

"Zu gern würd ich mit Ihnen noch plaudern, aber ich habe ein Festessen mit einem alten Freund."

9,5/10

eightyfour Entertainment veröffentlichte dieses Mediabook, welches den Film (natürlich ungeschnitten) auf BD und DVD enthält. Dazu gibt es haufenweise Bonusmaterial, sowie einen interessanten Textteil: