Sonntag, 14. Juli 2013

Iron Sky (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1034314/

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs schaffen es die Nazis mit Hilfe von riesigen Ufos, sogenannten Reichsflugscheiben, die dunkle Seite des Mondes zu besiedeln. Als sie im Jahr 2018 zufällig von einer amerikanischen Mondmission entdeckt werden, sehen sie ihre Zeit gekommen, um wieder nach der Weltherrschaft zu greifen. Von nun an lastet das Schicksal der Menschheit auf den Schultern von Renate Richter (Julia Dietze), einer von der Nazi-Ideologie überzeugten Lehrerin mit Gretchenfrisur. Auf der Erde angekommen wird ihr jedoch schnell bewusst, dass sie ihr Leben lang einer Lüge aufgesessen ist. Nur wie soll es ihr gelingen, ihren machtbesessenen Verlobten Klaus Adler (Götz Otto) und dessen Götterdämmerung aufzuhalten?

Trash wie er sein soll. "Iron Sky" schafft es tatsächlich die Erwartungen zu erfüllen, wenn auch nicht zu vollster Zufriedenheit. Böse Nazis, dumme Amis, holde Heldinnen und ein typischer Anti-Held, der nur zufällig auf dem Mond gelandet ist. Götz Otto hat sichtlich Spaß an seiner Schurkenrolle, Julia Dietze ist ideal als die unschuldige Nazi-Blondine mit dem guten Herzen, Kym Jackson eine Schlampe, die man von Herzen hasst und Chris Kirby ein sehr sympathischer weißer Schwarzer.

Was wäre, wenn die Nazis kurz vor der Kapitulation einen Teil ihrer Truppen abgezogen hätten, um in einer streng geheimen Mission auf dem Mond eine Basis zu errichten und auf den Tag einer erneuten und diesmal erfolgreichen Unterwerfung der Welt und Installation des arischen Terror-Regimes zu warten? Dieses Szenario, nach welchem nicht nur die Eroberung des Weltraumes bzw. Mondes neu geschrieben werden müsste, spielt Iron Sky durch. Im Jahre 2018 startet die neue Invasion gen Erde und die Bewohner des blauen Planeten sehen sich einer erneuten braunen Gefahr ausgesetzt. In Iron Sky, der komödiantischen Interpretation der etwas anderen Gefahr aus dem Weltall, geben sich Schauspieler die Hand, die man auch schon in anderen Rollen als Nazi-hafte Gestalten gesehen hat, allen voran Götz Otto als Klaus Adler oder Udo Kier als Wolfgang Kortzfleisch.

"Iron Sky" ist politisch unkorrekt, irrwitzig, macht Spaß und unterhält in seinem Genre-Mix bestens, überrascht mit viel Spektakel und zeigt, was ein Film für etwa 8 Millionen Euro bieten kann, verschenkt aber leider auch etwas Potential. Was fasziniert, sind die vielen kleinen optischen Gags, die mal subtilen, mal brachialen Seitenhiebe auf die Realität und der durchweg trashkonforme Tonfall. Daher:

6,5/10

Zum Film gab es exklusiv im Mediamarkt ein geprägtes Steelbook "Limitierte Stahlbuch-Ausgabe". Wie passend.