Dienstag, 18. Juni 2013

Gangster Squad (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1321870/

Männerkampf mit Trenchcoat, Fedora und Maschinenpistolen. Wenn das Ende der Prohibition eines bewies, dann das: Die organisierte Kriminalität war nun etabliert. Jede Großstadt hatte ihre Gangstersyndikate, die zahlreiche Netzwerke ausgebildet hatten, um ihren Machtanspruch zu behaupten. Diese Macht stieg in den folgenden Jahren und Jahrzehnten noch drastisch an und setzte so die Polizei massiv unter Druck. Um sich überhaupt behaupten zu können, musste sie lernen, Feuer mit Feuer zu bekämpfen: Das Gangster Squad war geboren. Ein solches stellt Bill Parker (Nick Nolte), Polizeichef der LAPD, in den 1940ern unter Leitung des rustikalen John O’Mara (Josh Brolin) zusammen, um einen der Gangsterbosse der Ostküsten-Mafia, Mickey Cohen (Sean Penn), aus Los Angeles heraus zu halten und in seine Schranken zu weisen. Das Gangster Squad rekrutiert sich aus verdienten und skrupellosen Polizisten wie Sgt. Jerry Wooters (Ryan Gosling), Conway Keeler (Giovanni Ribisi) oder Max Kennard (Robert Patrick). Einmal Mitglied des Gangster Squad gibt es kein Zurück mehr, denn offiziell existiert die Spezialeinheit nicht. Als Wooters sich in Grace Faraday (Emma Stone) verliebt, nimmt Gangster Mickey Cohen das Wirken des Gangster Squad nicht nur als Bedrohung seiner Geschäfte wahr, sondern auch persönlich...

Regisseur Ruben Fleischer ("Zombieland") beweist wieder einmal, dass er eine Geschichte gut umsetzen kann, auch wenn diese Geschichte an kleinen Details krankt. Glücklicherweise nimmt Ruben Fleischer sein Projekt aber offenbar zu keiner Minute ernst ohne ins Klamauk- oder Komödienhafte abzugleiten und spätestens wenn Sean Penn mit einem übertrieben coolen Satz ("Hier kommt der Weihnachtsmann!") um die Ecke kommt, um dann in einer schönen Extrem-Zeitlupe alles in Grund und Boden zu ballern, sollte das auch wirklich beim Zuschauer angekommen sein. "Gangster Squad" ist eine maßlos überstilisierte Hommage an das altmodische Gangster-Genre, dass einem das Lächeln auf die Lippen treibt, vorausgesetzt man kann mit dem genre etwas anfangen. Die Vorgabe ist denkbar einfach: Gewalt wird mit Gewalt bekämpft. Ein harter Oberschurke, der nach dem Siegermanifest lebt und alles an sich reißt, muss zerschlagen werden. Da hagelt es coole Sprüche, da spritzt das Blut und die Optik des Los Angeles in den vierziger Jahren ist vom feinsten. Eigentlich gibt es in diesem explosiven Machwerk keine Grenzen, denn in seiner einfachen und leichtverständlichen Art macht der Film immer genau das worauf er Lust hat - und das ist eben die meiste Zeit blutig und brutal und ohne Umschweife dargestellt. Voller Klischeés wird durch die Großstadt gejagt, weit weg von Realismus - und doch ist das Ganze so cool und temporeich, dass man letztendlich sagen muss: nicht anspruchsvoll, aber extrem unterhaltsam.

7,5/10

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