Sonntag, 16. Juni 2013

Argo (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1024648/

Der Oscar-Gewinner 2013! Aber ehrlich gesagt empfand ich den jetzt nicht als den Film des Jahres. Das mag daran liegen, dass in den etwas über 2 Stunden Politthriller kaum etwas nennenswertes passiert und wenn doch, dann zu pro-amerikanisch, zu einseitig, zu motiviert für meinen Geschmack. Ben Afflecks Film "Argo" basiert auf einer wahren Begebenheit: Am 04. November 1979, auf dem Höhepunkt der iranischen Revolution, stürmen Revolutionsgarden die US-Botschaft in Teheran und nehmen 52 Mitarbeiter als Geiseln. Argo erzählt allerdings die Geschichte einer Gruppe von sechs Botschaftsmitarbeitern, denen gleich zu Begin der Besetzung die Flucht in eine nahegelegene Wohnung außerhalb des Botschaftsgeländes gelang.
Nun, einige Wochen nach dem Überfall, halten sich die entkommenen Amerikaner in der kanadischen Botschaft versteckt, doch Revolutionsgarden sind ihnen bei ihrer Suche schon sehr nahe gekommen. In den USA erhielt unterdessen der CIA-Agent Tony Mendez (Ben Affleck) den Auftrag sie zu befreien. Er beschließt die Amerikaner als Filmcrew für den ‘kanadischen Star Wars’ namens Argo, zu tarnen und so außer Landes zu schmuggeln. Er gründet gemeinsam mit dem Hollywoodproduzenten John Chambers (John Goodman) eine Produktionsfirma, castet Schauspieler und lässt sogar ein Drehbuch anfertigen, um die Tarnung perfekt zu machen. Um die Geiseln von seinem Plan zu unterrichten reist er selbst als vermeintlicher Co-Produzent in den Iran ein. Vor der Abreise muss die frisch ernannte Crew jedoch zunächst den vorab festgelegten Drehplan des iranischen Kulturministeriums durchstehen, ohne Verdacht zu erregen...

Ben Affleck sehe ich sehr zwiespältig. Er hat meiner Ansicht nach genausoviel Highlights wie Schund produziert indem er Darsteller oder Regisseur gab. Von daher ist man auch nie sicher, was Affleck dann abliefern wird und muss sich dann teilweise viel gefallen lassen. Die Story in "Argo" klingt ja auch ganz witzig, und sie ist es auch. Aber die grobe historische Einordnung zu Beginn ist mir schon zu schemenhaft umrissen, um mir das Gefühl von geschichtlicher Genauigkeit zu geben. Es fahlt an fesselnder Spannung, der Film plätschert vor sich hin, dann kommt eine Spitze, die einen aufhorchen lässt - um einen dann wieder in eine schlichte Belanglosigkeit schickt. Und dann folgt die aus rein amerikanischer Sicht gezeichnete Betroffenheit. Nicht mein Fall. Das das anders und wesentlich besser geht zeigen Filme wie "Flags Of Our Fathers" & "Letters From Iwo Jima". Das hat Affleck meiner Ansicht nach noch nicht gelernt: Objektivität beim Erzählen. Aber vielleicht kam der Streifen deswegen so gut bei der Academy an. Wer weiß.

Und schlußendlich kommt auch noch ein Nachspann, wo ich lesen muss, dass der von Affleck verkörperte CIA-"Held" so voller persönlicher Verantwortung steckt und dann auch noch eine streng geheime Ehrung erhält. Und viel später darf er diese seine Auszeichnung dann auch noch öffentlich tragen. Na da fiel mir aber ein Stein vom Herzen...

6,5/10

Exklusiv gibt es diese Box, die passend zum Film allerlei Gimmicks und Replikas (Poster, Ausweise, ein Fotobuch) beinhaltet. Und natürlich den Film auf Blu-ray in der Kino- und Extendedfassung.