Mittwoch, 19. Juni 2013

10,000 B.C (2008)

http://www.imdb.com/title/tt0443649/

Ach Herr Emmerich! Nach großartigen Blockbustern wie "Independence Day" oder "The Day After Tomorrow" (der allerdings auch schon nicht mehr zu den großen weltbewegenden Werken gehörte) kam dieser Streifen, dessen Stroy in wenigen Sätzen zusammengefasst werden kann: Es begab sich zu einer Zeit, in der Mann und Bestie ungezähmt waren und gewaltige Mammuts auf der Erde umher wanderten. Eine Zeit, in der Ideen und der Glauben geboren wurden, welche die gesamte Menschheit für immer prägen sollten. "10.000 BC" erzählt die Geschichte eines jungen Jägers (Steven Strait), der seine Armee quer durch eine gewaltige Wüste führt, in erbitterte Kämpfe mit Säbelzahntigern und prähistorischen Raubtieren gerät, auf untergegangene Kulturen stößt und versucht, die Frau, die er liebt (Camilla Belle), aus den Fängen eines feindlichen Kriegsherrn zu befreien.

Klingt ja soweit ganz gut, aber was der deustche Regisseur hier abgelieert hat, spottet eigentlich jeder Beschreibung: die Story ist altbacken und platt, der Held läuft ohne auch nur eine Miene zu verziehen durch die Klimazonen der steinzeitlich angehauchten Welt und beweist einer wesentlich höher angesiedelten Kultur, dass (und man verzeihe mir, dass ich dafür einen Satz aus dem wesentlich besseren "300" stehle) "auch ein Gottkönig bluten kann". Denn genau darauf läuft die ganze Wanderung hinaus und somit ist Langeweile - weil man das Gefühl hat, alles schon einmal gesehen zu haben - vorprogrammiert. Unterwegs trifft er auf einen Säbelzahntiger, den er aus Mitleid vor dem Ertrinken rettet, nur damit ihm die Großkatze später freundschaftlich zur Seite stehen kann... solche Stories überlässt man besser den Disney-Studios. John Landis ("Blues Brothers" und "Burke & Hare"), den wir auf dem FantasyFilmfestival nights 2011 persönlich trafen, gab zu Emmerichs Werken auch seinen Senf dazu und meinte während einer Q&A lachend, dass der Herr Emmerich keine Geschichte erzählen könne - nur Welten zerstören, aber das bombastisch. Er meinte, dass, wenn sie einmal in einer Premiere eines Emmerich-Films in Hollywood säßen, das ganze Publikum lauthals angesichts der Zerstörungsorgien lachen würde. Das kann ich mir gut vorstellen. Hier jedenfalls hat Emmerich genau diese These - dass er eben nur zerstören und nicht aufbauen kann, eindrucksvoll bewiesen. Schade, der Film hatte durchaus Potential. Immerhin sind die Animationen gut geworden.

Und wie es besser geht zeigt beispielsweise Mel Gibson's "Apocalypto".

5/10

...und obwohl der Film nur Durchschnitt ist, gehört das Steelbook, was es als Alternative zur "normalen" Veröffentlichung exklusiv bei amazon.de gab, wegen seiner Aufmachung im vergoldeten Perlmuttdesign zu den schönsten und mittlerweile auch teuersten, die es gibt.