Freitag, 10. Mai 2013

Texas Chainsaw 3D (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1572315/

Nachdem die junge Sally (Elena Sanchez) in den 70er Jahren dem mörderischen Sawyer-Clan entkommen konnte, brannte die alarmierte Stadtbevölkerung das Anwesen des Kannibalenstamms nieder, um die Terrorherrschaft der Familie ein für alle Mal zu beenden. Jahrzehnte später und viele hundert Meilen fernab dieses Geschehens erbt die junge Heather Miller (Alexandra Daddario) von einer Großmutter, von deren Existenz sie bis dahin gar nichts wusste, ein ausladendes viktorianisches Anwesen in Texas. Gemeinsam mit ihren Freunden macht sich die junge Frau auf den Weg, um ihren neugewonnenen Reichtum in aller Ruhe in Augenschein zu nehmen. Das Gebäude scheint ihnen zunächst verlassen zu sein, doch dann stellt sich heraus, dass in den feuchten Kellergewölben nichts als das nackte Grauen auf sie wartet...

Der neue Leatherface -Streifen macht seine Sache recht ordentlich, der Gore-Level ist selbst für FSK-18 beachtlich und dankenswerter Weise wird der Film auch nicht zu sehr in die Länge gezogen. Und obwohl ich den Ur- "Texas Chainsaw Massacre" ja eigentlich nur durchschnittliche finde, so fand ich es trotzdem ganz cool die Handlung direkt an dessen Ende anzuknüpfen. Besonders zu sehen wie die Sippschaft Sawyer von einem Lynchmob fertig gemacht wird war einfach ein Vergnügen. Eine recht spannende Szene ist die in der Leatherface eines seiner Opfer über einen gut besuchten Jahrmarkt verfolgt und sich kein bischen daran stört, dass überall Leute sind. Alles in allem sieht man auch, dass es sich vom technischen Aspekt aus betrachtet um etwas eher aufwendig Produziertes handelt. Aber was mich dann doch sehr stört ist , dass der Zuschauer akzeptieren soll, dass die Hauptdarstellerin, welche - abgesehen davon dass sie noch immer in den 20ern zu sein scheint (der Film ist eindeutig in der Gegenwart anzusiedeln) - bloß weil sie eine Blutsverwandte von Leatherface ist mal so einfach über die Tatsache hinweg sieht, dass ihr lieber Cousin zuvor all ihre Freunde zersägt hat und auch ihr mehrfach das Sägeblatt reinhauen wollte… und nicht nur das, nein, sie rettet ihm auch noch das Leben, und auch der Sheriff von einst der nicht wollte dass die Sache damals so eskalierte sieht mal eben darüber hinweg, denn in der Bibel heisst es ja auch "Auge um Auge"... wie meine Freundin schon öfters sehr treffend bemerkte: das kaufe ich dem Film nun überhaupt nicht ab.

Vom Spassfaktor mal abgesehen ist dies dann doch derart unlogisch, dass es mir absolut nicht in den Kram passt und ich es auch nicht akzeptieren möchte. Was zusätzlich stört, ist, dass es für einen Fan der beiden unter Michael Bays Aufsicht entstandenen 2003er und 2006er Reboots/Prequels schwer ist zu akzeptieren, dass Leatherface plötzlich "Jedidiah Sawyer" und nicht mehr "Thomas Hewitt" heisst… das ist in etwas so, als würde Michael Myers oder gar Freddy Krueger umbenannt werden. Dennoch: der sehr wohl enthaltene Unterhaltungsfaktor lässt darüber gerade noch so hinwegsehen. Aber es hätte - wie so oft - trotzdem noch so viel besser sein können und an die beiden vorangehenden Schocker kommt er nicht annähernd ran.

6/10