Montag, 13. Mai 2013

Star Trek (2009)

http://www.imdb.com/title/tt0796366/

Wir schreiben das 23. Jahrhundert. Der junge James Tiberius Kirk (Chris Pine) ist ein Draufgänger, der keiner Kneipenschlägerei aus den Weg geht und bevorzugt mit dem Kopf durch die Wand marschiert. Der Heißsporn bewirbt sich auf Rat eines alten Freundes seines verstorbenen Vaters (Chris Hemsworth) bei der Sternenflotten-Akademie der Föderation und findet in dem kauzigen Arzt Dr. Leonard "Pille" McCoy (Karl Urban) sogar gleich einen neuen Kumpel. Ansonsten macht sich der Frauenheld auf der Akademie eher Feinde. So wie den Halb-Vulkanier Spock (Zachary Quinto), dem auffällt, dass Tiberius bei einer Prüfung gemogelt hat. Die beiden entwickeln sich zu erbitterten Rivalen, müssen ihre Feindseligkeiten jedoch aufgeben, als die U.S.S. Enterprise vom Stapel läuft und Captain Pike bei einer Mission von dem romulanischen Outlaw Nero (Eric Bana) gefangen genommen wird, der nur von einem Gedanken beseelt ist: Rache!

Quasi in Vorbereitung auf den morgigen Besuch des Kinos und somit Teil 2 des "neuen" Star Trek-Franchise habe ich mir heute doch zum gefühlt 10. Mal diesen hier angesehen.

Meiner Meinung nach ist es J.J. Abrams vollends gelungen das "Star Trek"-Franchise mehr als nur wiederzubeleben: obwohl er mit Sicherheit nicht komplett den Geschmack aller Trekkies trifft, haben sich mittlerweile viele Fans mit diesem neuen Film anfreunden können. Mir ging es da anders: ich war ein Fanboy in der Sekunde, als ich damals in Neuruppin aus dem Kino ging, denn Abrams kann mit seiner Neuinterpretation auch eine neue Generation für das "Star Trek"-Universum begeistern - er bringt sozusagen beide Generationen mit einem meisterhaften Zauberstreich unter einem großen Dach zusammen. Und das allein verdient schon Respekt.

Der neue "Star Trek"-Film hat nämlich alles, was man für einen gelungenen Kinoabend braucht: Spannung, Witz, Action und eine packende Geschichte. Optisch ist „Star Trek“ ein überaus grandioser Spaß. Der Look wurde gewaltig aufpoliert und modernisiert. Das "Star Trek"-Universum ist nun an die heutigen Sehgewohnheiten angepasst. Schnell, dynamisch, blinkend und ein kleines bisschen sexy, hat sich Abrams daran gemacht, den Staub der zuletzt festgefahrenen Leinwandabenteuer ganz weit weg - an den Rand des Universums - zu verbannen. Die Raumschlachten sind um einiges schneller geworden, wie auch der ganze Film an sich ein sehr physischer ist. Ohne große Pausen wird gekämpft, geschossen und gefochten wie es sich für einen Actionfilm gehört, doch bleibt bei all dieser Schnelllebigkeit die eigentliche Geschichte nicht mehr als ein Mittel um die gezeigte Action zu legitimieren. Das diese in weiten Teilen unlogisch und voller Lücken ist, kann leider auch nicht verleugnet werden und verwehrt dem Film daher auch die Höchstnote.

Zum Glück legt Abrams dann aber mehr Augenmerk auf die Entwicklung der Charaktere. So punktet der neue "Star Trek" in vielen Kategorien: großartig ausgesuchte neue Darsteller, Produktionsdesign der Oberklasse, Humor, volle Punktzahl bei der Filmmusik und dem emotionalen Einstieg in die Geschichte. Weniger Punkte dann, was die Originalität der Handlung in der zweiten Hälfte und das angesprochene unlogische Tohuwabohu betrifft. Aber dennoch: ganz großes Popcornkino und ein vielversprechender Auftakt für eine neue Star Trek-Welt. Beim morgigen Besuch dann vielleicht auch mit anspruchsvollerer Story, ich bin gespannt...

8,5/10