Montag, 20. Mai 2013

Red Tails (2012)

http://www.imdb.com/title/tt0485985/

Endlich mal wieder ein neues Filmchen aus dem Hause LucasFilms, welches ja jedem aufgrund des "Indiana Jones"- aber spätestens wegen des "Star Wars"-Franchise ein Begriff sein sollte. Mit "Red Tails" wagt sich das Studio nun an das Thema "Zweiter Weltkrieg" und fokusiert dabei auf die Luftschlachten. Das klingt soweit schön und gut und genau deswegen habe ich mir den Film nun auch angesehen.

Während die Amerikaner sich 1944 in den Zweiten Weltkrieg einmischen, haben sie eigentlich noch mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen. Den afroamerikanischen Bürger werden diverse mentale Fähigkeiten abgesprochen und sie werden als zweitklassig in der Armee eingestuft. Eine Lufteinheit schwarzer Soldaten wird deshalb ‘nur’ nach Italien geschickt, wo die Soldaten wenig für das eigentliche Kriegsgeschehen ausrichten können. Die amerikanischen Offiziere wollen erst herausfinden, ob die afroamerikanischen Piloten überhaupt zu solchen Einsätzen fähig sind. Es gibt kaum Feindberührungen, trotzdem ist der Stolz der Soldaten, die sich als Tuskegee Airman bezeichnen, nicht gebrochen. Besonders Marty ‘Easy’ Julian (Nate Parker) und Joe ‘Lightning’ Little (David Oyelowo) wollen ihr Talent unter Beweis stellen. Auch Colonel A.J. Bullard (Terrence Howard) setzt sich für seine Truppe ein, auch wenn das bedeutet, sich über die Befehle des Vorgesetzten Major Stance (Cuba Gooding Jr.) hinwegzusetzen. Im Gefecht gegen deutsche Flieger verzeichnen sie eine der besten Abschussraten und verlieren nicht einen Bomber.

Die zahlreichen Luftschlachten sind auch richtig gut: spannend, fetzig, gut choreografiert und mit dem nötigen Wumms. Das ist aber auch leider das einzig Gute, was ich in der filmischen Suppe finden konnte. Die Schauspieler können mich größtenteils nicht überzeugen. Die Dialoge sind unglaublich hölzern und die Klischees werden zu einem übermächtigen Berg aufgetragen. Dazu kommen noch völlig unsinnige Szenen. Ein kleines Beispiel: Zwei Piloten erspähen während ihres Anflugs auf die heimische Basis einen deutschen Zerstörer auf hoher See. Einer der Piloten will angreifen - nur um sich zu beweisen - doch der andere rät davon ab, weil P51-Maschinengewehrsalven nichts gegen ein Schlachtschiff dieser Größe ausrichten können. Der Pilot greift trotzdem an und schiesst den Zerstörer allein(!) mit seiner kleinkalibrigen Munition(!) in in zwei Anflügen(!) und im gegnerischen Flakfeuer unbeschadet(!) in tausend Fetzen... muss ich noch mehr sagen?

Von dieser Unlogik und diesem schmerzhaft ausgereiztem pro-amerikanischem Pathos aber mal abgesehen gibt es so viele Ungereimtheiten und so viel Unrealismus, dass es einfach nur weh tut. Die deutsche Luftwaffe wird hingestellt, als wären sie die letzten Fliegeridioten, die noch dazu zu blöd sind, eine Flak zu bedienen. Und von dem Anspruch, den LucasFilms hier ansetzte, einen "realistischen und geschichtstreuen Film" abzuliefern ist dieses Machwerk nun mal Lichtjahre entfernt. So tut es auch nicht weh, dass die obligatorische rührselige Schlußszene mich nicht gerade zu Tränen gerührt hat und ich eher dankbar auf die Uhr geschielt habe. Das schmerzt, hier wäre echt so viel mehr drin gewesen, denn so übermäßig viele (gute) Filme über die Luftschlachten in Europa gibt es nicht. Der hier gehört allerdings - abgesehen von den Luftkämpfen - auch nicht dazu.

5,5/10

http://preview.tinyurl.com/mj54tvz