Samstag, 18. Mai 2013

Alexandre Ajas Maniac (2012)

http://www.imdb.com/title/tt2103217/

Frank (Elijah Wood) ist Besitzer eines Ladens für Schaufensterpuppen. In dem Geschäft, das seiner Familie seit Generation gehört, restauriert er Puppen aus verschiedensten Epochen und lebt ein eher zurückhaltendes und verschlossenes Leben. Doch das ändert sich, als die junge und hübsche Fotografin Anna (Nora Arnezeder) in sein Leben tritt; auf der Suche nach einer Idee für ihre neue Ausstellung stolpert sie über Franks Laden und die Puppen darin. Aus diesem Treffen entwickelt sich schon bald eine Beziehung zwischen den beiden. Doch Anna kennt Franks dunkle Seite nicht, denn seit seiner äußerst schwierigen Kindheit, in der er von seiner Mutter (America Olivo) vernachlässigt wurde, leidet er unter psychotischen Störungen: Frank lauert nachts jungen Frauen auf, tötet und skalpiert sie auf brutale Art und Weise, nur um anschließend ihnen nachgeahmte Schaufensterpuppen in seiner Wohnung aufzustellen und sie so für immer an seiner Seite zu behalten...

Was für ein unangenehm-kranker Film! Wirklich, es gibt sehr wenige Streifen nach denen ich mich psychisch wie physisch unwohl gefühlt habe, doch dieses brutal-gnadenlose Remake des 80er Slashers (den ich bisher noch nicht gesehen habe) ist wirklich extrem unangenehm anzuschauen. Was aber durchaus auch als Kompliment zu verstehen ist, denn der Film möchte wohl auch genauso beängstigend wirken und auch genau dieses Unwohlsein im Zuschauer wecken. Die Egoperspektive des Killers, die bis auf wenige Sekunden den Film über komplett dominiert, zwingt den Zuschauer sich mit jemand zu identifizieren, der wirklich furchtbare Sachen macht und so eindeutig wahnsinnig ist, dass es schwer fällt irgendeien Form von Empathie zu entwickeln.

Elijah Wood, dem man in diesem Film den weinerlichen Hobbit nicht auch nur erahnen lassen könnte legt hier eine absolut geniale stimmliche wie schauspielerische Performance ab, indem er, in den wenigen Sekunden die er zu sehen ist, einen erschreckenden, erbärmlichen und sehr ungesunden Charakter erschafft. Regisseur Franck Khalfoun (Alexandre Aja war Produzent) erschafft ein Werk, das perfider und gnadenloser die Zuschauer zu ungewollten Komplizen macht. Andere Werke wie "Mann beisst Hund" oder "Henry: Portrait of a Serial Killer", die in etwa ähnlich versuchen den Zuschauer so in den Kopf des Kilers zu bringen, sind beiweitem nicht so ausgearbeitet - und lassen einen nicht mit einem so hilflosen Gefühl zurück, das auch nach dem Abspann nur schwer abzuschütteln ist. Die Gewaltdarstellung ist dabei manches Mal sehr viel extremer als in anderen 08/15-Splatter-Filmen, und wirkt wesentlich intensiver und verstörender. Empfehlenswert ist dieser Arthaus-Horror durchaus, aber wer ihn sich ansieht sollte wissen worauf er sich einlässt.

7,5/10