Donnerstag, 11. April 2013

Schindler's List - Schindlers Liste (1993)

http://www.imdb.com/title/tt0108052/

1939: Mithilfe jüdischen Kapitals gelingt es dem cleveren Geschäftsmann Oskar Schindler (Liam Neeson), in Krakau eine enteignete Emailfabrik zu kaufen, die fortan Feldgeschirr für den sich anbahnenden Krieg herstellt. Um seinen Profit zu maximieren, setzt er äußerst preiswerte jüdische Arbeitskräfte aus dem Krakauer Getto ein, die ihm auf Grund der kriegswichtigen Güter, die seine Fabrik produziert, zugestanden werden. Schindler versteht es, zu repräsentieren und Geschäftskontakte zu knüpfen, ist aber in Verwaltungs- und Koordinationsaufgaben auf seinen versierten Buchhalter Itzhak Stern (Ben Kingsley) angewiesen. In Kooperation ihrer Talente entwickelt sich die Emailfabrik zu einem florierenden Unternehmen, welches immer mehr Arbeitskräfte benötigt. Stern, dem in Personalfragen freie Hand gelassen wird, nutzt dies um möglichst viele Juden, zumeist denen, die aufgrund ihrer akademischen oder künstlerischen Vergangenheit oder einer Behinderung für die Industriearbeit nicht in Frage kämen, einen Arbeitsplatz in der Fabrik zu verschaffen. 1943 werden die Überlebenden des Krakauer Gettos in das Arbeitslager Krakau- Plaszów überführt. Hier erlebt Schindler mit, wie die Insassen auf unmenschliche Art und Weise behandelt werden, wie Wachsoldaten willkürlich Menschen erschießen. Dann soll auch dieses Lager geschlossen und die noch lebenden Juden zur Liquidierung nach Auschwitz gebracht werden. Schindler jedoch setzt alles daran, dies zu verhindern. 

"Schindler's Liste" enthält eine Szene, die mir bis heute - und nach dem bestimmt 10. Mal schauen - immer wieder einen Schauer über den Rücken jagt. Es ist die Szene mit dem Mädchen im roten Mantel. Das geht sicher nicht nur mir so. Und dabei ist diese Szene nur eine von vielen, die das Schicksal der vielen Menschen zu Zeiten des zweiten Weltkrieges beleuchten. Und auch die Beschreibung der Vorgänge nach Erinnerungen von Poldek Pfefferberg verursachten schon einen heftigen Kloß im Hals.

Spielberg schafft durch seine realistische Herangehensweise den Zuseher mitten in das Geschehen von damals einzubinden, ihn mitzureißen und ihn ihn vor allem mitfühlen zu lassen. Die fatalen Hoffnungen und Ängste der jüdischen Gefangenen des Krakauer Ghettos und der Konzentrationslager Plazow und Auschwitz werden durch einzigartige Bilder derart spürbar, dass einem selbst die gleichen Gefühle der Ohnmacht überkommen. Natürlich war Schindler zunächst - und so wird es im Film auch gezeigt - ein Opportunist, Mitglied der NSDAP, ein Kriegsgewerkschafter, der in der polnischen Stadt Krakau eine bankrotte Emaillewarenfabrik übernahm. Spielberg stellt so Schindler nicht von Beginn an als furchtlosen Retter dar, sondern als "Held in Entstehung". Der Regisseur zeigt Schindlers anfängliche Profitgier sehr deutlich und stellt Schindler eben nicht als den barmherzigen Mann dar, zu dem er später wurde. Der Film möchte beschreiben, dass ein Mensch dazu in der Lage ist sich ändern-

"Wer nur ein Menschenleben rettet, rettet die ganze Welt!"

Spielbergs schnörkellose Regie zeigt dieses Geschehen auf erschütternste Art und Weise. Natürlich kommen dem Zuschauer dabei die Tränen. Es wäre schlimm, wenn es nicht so wäre. Besonders das Ende, beinahe schon der Abspann, lassen noch einmal ein Gefühl der Traurigkeit aufsteigen, wenn die Schauspieler mit ihren durch sie verkörperten Menschen am Grabe Schindlers einen Stein niederlegen. Lobenswert sind die darstellerischen Leistungen von Liam Neeson, Ben Kingsley und Ralph Fiennes, die allesamt glaubwürdig ihre Charaktäre verkörpern. "Schindlers Liste" von Steven Spielberg gehört damit zu den zehn besten Filmen aller Zeiten. Gigantisch.

10/10