Donnerstag, 18. April 2013

Robocop (Unrated Director's Cut) (1987)

http://www.imdb.com/title/tt0093870/

Eine Firma mit dem Namen OCP (Omni Consumer Products) will aus Detroit “Delta City” machen. Dazu muß aber zuerst einmal das Verbrechen aus der Stadt entfernt werden, das hier momentan viel Macht besitzt. Dick Jones, die rechte Hand des Chefs von OCP, hat daher einen Roboter entwickelt, der die Polizei der Stadt entlasten und sogar ersetzen soll. Doch schon im ersten Test erweist sich der Cyborg als untauglich, aber Dicks Mitarbeiter Bob Morton hat eine andere Idee: Statt eines reinen Roboters will er einen RoboCop bauen, der ein menschliches Bewußtsein hat. Hierzu brauchen sie einen toten Polizisten, den sie auch schnell haben, als Alex Murphy an seinem ersten Tag im Dienst ermordet wird. Die Synthese aus Mensch und Roboter gelingt, nur hat die Sache einen Haken: RoboCop verbringt mehr Zeit damit, seine Mörder – also die von Alex – zu finden, als die Verbrecher der Stadt zu bekämpfen.

Den Film kennt wohl jeder Action-Fan. "Robocop" gilt bis heute als ultrabrutaler Sci-Fi Klassiker von Paul Verhoeven der in seinem Unrated Director's Cut sogar noch eine gute Schippe an blutspritzender Gewalt drauflegt. Die übertriebene Gewaltdarstellung sorgte schon 1987 für Probleme, als es um die Freigabe des Films ging.

Aber allen Schauwerten zum Trotz ist der satirische Ton des Films unübersehbar: wenn man sieht wie ein Mitarbeiter von OCP während einer Präsentation von Kampfroboter ED-209 vollkommen zerfetzt wird und ein anderer dann nur panisch meint "Ruft mal jemand einen Arzt!" obwohl jeder weiß das da kein Arzt der Welt mehr was retten kann, dann zeugt das durchaus von einem gewaltig ironischen und schwarzen Humor. Aber auch abgesehen von der Brutalität hat der Film auch eine gute Story zu bieten die verknüpft ist mit fieser Gesellschaftssatire, sehr gut aufgelegte Darsteller die wohl verstanden haben das sie nicht nur in einer banalen Actionschlachtplatte mitspielen und klasse Effekte ohne CGI.

 
Schauspielerisch kann man - wie gesagt - keinem etwas vorwerfen. Peter Weller hat hier die Rolle seines Lebens verkörpert, Kurtwood Smith gibt einen der wohl coolsten und abgeklärtesten Bösewichte ever, Ronny Cox ist klasse als korrupter OCP-Mitarbeiter, Miguel Ferrer als dessen eifersüchtige und konkurrierende Rivale kommt auch gut rüber.... Paul Verhoeven war wohl einfach in der Lage seinen Darstellern die versteckte Satire seines Films hier zu vermitteln und die dementsprechend guten Leistungen von ihnen zu bekommen.

Einfach eine klasse 80er Jahre Actiongranate die mit gehörig viel Satire, Ironie und schwarzem Humor punkten kann und dieser Form auch durchaus ein Unikat in dem Genre ist. Zumindest ist mir bis heute kein Film untergekommen der solch brachiale Action und zynische Satire so gekonnt verbunden hat und damit aus einer 08/15-Actionhandlung tatsächlich mehr rausgeholt hat als eigentlich da war. Nicht oscarreif vielleicht, aber durchaus intelligente und vor allem bombenmäßige Unterhaltung!


Der hier besprochene "Unrated Director's Cut" ist der Kinofassung in allen Belangen vorzuziehen.Einen Vergleich gibt es wie imemr hier: schnittberichte.com.

8/10