Donnerstag, 18. April 2013

Dredd 3D (2012)


http://www.imdb.com/title/tt1343727/

Mega City One - eine gigantische Metropole voller Gewalt, Chaos und Verbrechen inmitten des düsteren und zerfallenen Amerikas. Die Bewohner leiden und immer mehr verfallen der neuen Droge „Slo-Mo“, die sie die Realität in extremer Zeitlupe erleben lässt. Einzig und allein die „Judges“ können gegen die Verbrechen in ihrer Stadt ankämpfen, nur sie haben die Macht als Richter und Vollstrecker für Recht und Ordnung zu sorgen. Dredd (Karl Urban), als oberster „Judge“ gefürchtet, will die Stadt von ihren Plagen befreien. Zusammen mit seiner neuen Rekrutin, Cassandra Anderson (Olivia Thirlby), nimmt er den Kampf gegen Ma-Ma (Lena Headey) auf, eine Drogenbaronin, die eiskalt über den größten Slum der Stadt herrscht. Als Dredd und Anderson einen Handlanger aus ihrem skrupellosen Clan zu fassen kriegen, entfacht Ma-Ma einen erbitterten Krieg, in dem sie vor nichts zurückschreckt, um ihr Imperium zu schützen ...


Inmitten der miesen Remakes, Prequels, Sequels und miesen PG13-Blockbustern ist "DREDD 3D" wirklich erfrischend. Die Produktion verkörpert im Beste Sinne die Tugenden des 80er Jahre Kinos und fühlt sich an mehr als einer Stelle an, als hätte Paul Verhoevens kleiner Bruder auf dem Regiestuhl gesessen. Die Story ist schnörkellos und ohne viel Abschweifungen erzählt, konzentriert sich auf das wesentlich und schafft es dennoch mit wenigen präzisen Skizzen eine in sich glaubhafte Welt zu erschaffen. Und trotz des zweifellos überschaubaren Budgets sind die Schauwerte nicht zu verachten. Gigante Wolkenkratzer-Welten, psychedelische SlowMo-Drogen-Shootouts, zusammen mit einem sehr sehr spröden Humor der in wenigen Momenten aufblitzt und einem zwiespältigen Helden der von Karl Urbans Unterkiefer überzeugend gespielt wird.

Die inhaltlichen Parallelen zu "The Raid" die von vielen in diversen Foren und auf Kritikerseiten angemerkt wurden, sind vorhanden, aber bestenfalls oberflächlich - den optisch hat Dredd mehr Wumms, konzentriert sich mehr auf die Action als auf hibbelige Martial Arts-Wuseleien und versucht nicht auf die Tränendrüse zu drücken, wo es die Figuren nicht hergeben. Dredd macht Spaß und ist - auch wenn er die satirische Bissigkeit der Vorlage nicht erreicht - ein Quantensprung zum Stallone-Klamauk. Er präsentiert knallharte Action aber verharmlost weder die Gangster noch glorifiziert er das Konzept der Judges - und vor allem: Er nimmt sich bei aller grimmigen Düsternis nie zu ernst, ist sich immer seiner Comicwurzeln bewusst und lässt die Charaktere entsprechend agieren. Das dieser blutige, böse und überaus unterhaltsame Action-Streifen mit verdientem R-Rating in den USA gefloppt ist, ist extrem schade und für mich nicht nachvollziehbar.

7/10