Sonntag, 24. März 2013

[KINO FFFnights] The Seasoning House (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1555093/

Die taubstumme Angel (Rosie Day) muss während des Balkankrieges mit ansehen, wie eine Gruppe von Soldaten ihre Mutter brutal ermordet. Angel wird daraufhin in ein abgelegenes Bordell verschleppt, in dem der Zuhälter Viktor (Kevin Howarth) seine Mädchen als menschliche Ware zur Verfügung stellt, gefoltert und vergewaltigt zu werden. An der hübschen Angel findet Viktor allerdings Gefallen und gibt ihr den Auftrag, die anderen Mädchen mit Drogen gefügig zu machen. Auch trifft sie auf ein Mädchen, das die Gebärdensprache beherrscht und ihr erstmals Hoffnung auf Flucht verschafft. Doch als Goran (Sean Pertwee), der Mörder ihrer Mutter, in dem Bordell auftaucht, keimt in Angel unbändige Wut auf und sie schwört Rache. Dabei nutzt sie ihren Vorteil, dass sie sich in dem Kerker am besten von allen auskennt...

Mit seiner genretypischen Grundstory, um eine sich an ihren Peinigern rächende junge Frau, ist Regisseur Paul Hyett, der persönlich seinen Film ankündigte ein grandioser unbequemer Film gelungen, der sich hart an der Grenze des Erträglichen bewegt. Und das weniger durch die äußerst blutigen Todesszenen, sondern vor allem durch die schmerzhaft realistischen und extrem harten Misshandlungssequenzen, die in viel zu regelmäßigen Abständen erschreckend klar und farblos gezeigt werden und bei denen aber auch wirklich gar nichts der Fantasie überlassen wird. Diese rohe Erbarmungslosigkeit und absolute Ausweglosigkeit wird durch die trostlose Kulisse des Hauses noch zusätzlich verstärkt. Das wiederum spricht für die effektive Ausstattung des Films, trägt aber nicht gerade zur leichteren Verdaulichkeit des Streifens bei.

"The Seasoning House" ist somit nicht nur auf Grund des zeitlichen und örtlichen Settings und der düster realistischen Optik sondern auch wegen der hemmungslosen Zurschaustellung von Gewalt an Frauen ein etwas atypischer Vertreter der Rape & Revenge-Welle, denn erst mit Beginn des letzten Drittels und damit des Überlebenskampfes von Angel schlittert "The Seasoning House" vom hyper-realistischen Drama-Thriller-Mix in Richtung klassischer Genrestreifen, was dem Film einen etwas ungewollt klischeehaften, aber dennoch keineswegs schlechten Touch verleiht.

Die Glaubwürdigkeit eines Streifens dieses Genres steht und fällt bekannter Weise mit den Leistungen der Darsteller. Hier sei vor allem Vor allem Rosie Day und Dominique Provost-Chalkley erwähnt, die durch ihr glaubhaft schmerzhaft realistisches Schauspiel beeindrucken können. Ein großartiger Film, der einem einen brutalen Schlag in die Magengrube versetzt und noch nachtritt.

9/10


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