Dienstag, 12. März 2013

The Hunchback Of Notre Dame - Der Glöckner von Notre Dame (1996)

http://www.imdb.com/title/tt0116583/

Wie jedes Jahr beobachtet der Glöckner Quasimodo sehnsüchtig aus seinem Glockenturm hoch über den Dächern von Paris das Fest der Narren - die fröhlichste Party der Stadt. Nur zu gerne würde er wenigstens einmal an diesem bunte Treiben teilhaben, wenn es sein strenger Herr nicht ausdrücklich verboten hätte. Als ihn aber seine lustigen Freunde dazu ermutigen, wagt sich Quasimodo ins Getümmel und erlebt eine Welt, von der er bislang ausgeschlossen war. Dort jedoch begegnet ihm nur die schöne, temperamentvolle Esmeralda mit Toleranz und Freundschaft. Doch sie wird fälschlicherweise als Diebin beschuldigt und verfolgt. Als Quasimode sie beschützen möchte, geraten beide in ein aufregendes Abenteuer voller Spaß und Überraschungen.


"Der Glöckner von Notre Dame" ist mit großer Sicherheit eines der interessanteren Werke aus dem Hause Walt Disney. Wie die meisten Disney-Filme wurde auch dieser von einem vorhandenen Werk (Victor Hugo: "Notre-Dame de Paris") inspiriert. Dabei stellt sich oft die Frage wie mit der Disney-typischen Charaterisierung von Klassikern umgegangen werden soll. Eine solche beinhaltet meist die Vereinfachung und Straffung der Story, dem Glattbügeln von kontroversen Inhalten (der Feuertod Esmeraldas) und bei Bedarf dem Hinzufügen eines Zuckerwatte-Endes (eigentlich stirbt Quasimodo an Esmeraldas Grab). Für Fans der Vorlagen geht dies gemeinhin mit Schmerzen einher. Dies läuft auch hier nach ähnlichem Schema ab und doch muss man Disney zumindest zwei Dinge zu Gute halten: zum einen werden die Zigeuner zwar überaus klischeehaft, aber im Gegensatz zum Roman immerhin positiv dargestellt und zweitens macht Esmeralda als Figur richtig was her.

Wenn möglich tut man allerdings gut daran die Disney-Adaptionen abseits von ihrem Ursprungsstoff zu sehen. Denn hat man sich vom Bild des missbrauchten Victor Hugo erst einmal gelöst, bleibt ein unterhaltsamer und kurzweiliger Film übrig. Dies liegt zu einem großen Teil an der Figur des Claude Frollo. Dieser eine Charakter bringt eine Bandbreite an Emotionen und vor allem inneren Konflikten in die kleine Disney-Welt, dass diese nah dran ist zu zerbersten. Der Rest ist dann leider auch schon wieder höchst uninteressant, aber dennoch ein Meilenstein für die Disney-Bösewichte! Einzig die vergleichsweise vielen gesungenen Passagen trüben für mich ein wenig die Freude.

7/10