Montag, 4. März 2013

The Amazing Spider-Man 3D (2012)

http://www.imdb.com/title/tt0948470/

Andrew Garfield ist nach Tobey Maguire der neue Spider-Man. Der bessere, meiner Meinung nach. Garfield setzt beim Neustart mit „The Amazing Spider-Man" seine eigenen Akzente - genau wie Regisseur Marc Webb (wie passend!), der noch genügend eigene Ideen auffährt, um diesen raschen Reboot nur fünf Jahre nach Raimis "Spider-Man 3" mehr als zu rechtfertigen.


Der Teenager Peter Parker (Andrew Garfield) ist ein Außenseiter, ein Grübler. Seit seine Eltern ihn in seiner Kindheit verlassen haben, lebt er bei Onkel Ben (Martin Sheen) und Tante May (Sally Field). Auf der Suche nach seiner Identität findet Peter einen Koffer seines Vaters, der ihn auf die Spur von Oscorp Inc. führt, dem früheren Arbeitgeber seines Vaters. Hier lernt Peter den ehemaligen Arbeitskollegen Dr. Curt Connors (Rhys Ifans) kennen. Bei seinen Recherchen im Labor wird Peter von einer genetisch modifizierten Spinne gebissen, die ihm fortan den berühmten Spinnensinn vermacht. Peter Parker wird zu The Amazing Spider-Man. Die so erworbenen Superkräfte werden schnell gefordert, denn Dr. Connors hat an geheimen Forschungen gearbeitet, um seinen bei einem Unfall verlorenen Arm zu regenerieren. Der Sebsttest läuft schief, und Dr. Connors wird zum mordlüsternen The Lizard. The Amazing Spider-Man sieht sich mit einem schier übermächtigen Gegner konfrontiert.


Natürlich gibt es inhaltliche Gemeinsamkeiten zwischen Webbs Version und Raimis "Spider-Man", darunter der Spinnenbiss, der indirekt vom Helden verschuldete Tod des Onkels oder der Umstand, dass Peter Parker von einem Catcher zu seinem Superheldenkostüm inspiriert wird. Aber Webb gibt all diesen gemeinsamen Plotdetails einen eigenen Dreh, so dass sie nie wie eine plumpe Wiederholung anmuten. Es ist darüber hinaus vor allem Andrew Garfields („The Social Network" und "Red Riding") Darstellung, die „The Amazing Spider-Man" zu einem vollkommen eigenständigen Werk macht. Das Ergebnis ist absolut faszinierend: ein gänzlich ungekünstelter Superheld, dem man sogar abnimmt, dass er die Spinnenseile selbst kontruiert hat. Im Gegenteil zu vielen anderen Filmen wird hier auch mal das Kostüm bestellt und nur abgeändert - bei allen anderen Helden hat man immer das Gefühl, der Berufsweg eines meisterhaften Schneiders hätte auch eingeschlagen werden können. 

Der Lizard wiederum entpuppt sich als der perfekte Gegenspieler für einen ersten Spider-Man-Film, denn er ist praktisch das dunkle Pendant des Spinnenhelden. Er ist die tieftragische Figur, die nicht einfach nur stellvertretend für das Schlechte an sich steht, sondern auf angenehm komplexe Weise die Verlockungen der Macht repräsentiert.

Marc Webb erfindet zusammenfassend das Rad zwar nicht neu, aber seine drei großen Actioneinschübe (Spider-Man gegen den Lizard auf einer Brücke, in einer Schule und auf einem Wolkenkratzer) haben allesamt den erhofften Bumms und sind ebenso abwechslungsreich wie kurzweilig gestaltet. Nicht nur kommt der 3D-Effekt in diesen Momenten besonders gut zum Tragen, die reizvolle Ego-Perspektive wird clevererweise auch immer genau dann aufgegeben, wenn man gerade Gefallen an ihr gefunden hat und unbedingt noch mehr davon sehen will. 2014 kommt der 2. Teil mit Electro und Rhino als Gegenspieler. Ich bin sehr gespannt.

8/10