Mittwoch, 20. März 2013

Road To Perdition (2002)

http://www.imdb.com/title/tt0257044/

Sam Mendes, der Regisseur von "American Beauty", war großer Gewinner der 1999er Oscarverleihung. Mit "Road to Perdition" ist die gleichnamige, 1998 erschienene "Graphic Novel" von Autor Max Allan Collins und Künstler Richard Piers Rayner nun von ihm verfilmt worden. "Road to Perdition" spielt in und um Chicago nach dem "Schwarzen Freitag" von 1929. Das Mafiadrama entfaltet sich um den von Hanks glaubhaft gespielten Michael Sullivan, der ein Doppelleben führt: Einerseits ist er der liebende umsorgender Ehemann und Vater, andererseits begeht er Morde für seinen irischen Auftragsgeber Rooney, brillant gespielt von Paul Newman. Rooney verhalf Sullivan einst zu bescheidenem Wohlstand und umsorgt ihn beinahe väterlich. Das ändert sich erst, als Sullivans Sohn Michael jr. (weil er nicht genau weiß, was der verschwiegene Vater arbeitet) sich im Wagen seines Vaters versteckt und daher Zeuge eines Mordes wird. Da kommt Rooneys umtriebiger Sohn Connor (Daniel Craig) ins Spiel. Er tötet die Familie, aber Sohn und vater entkommen. So treiben Sullivan Rachegelüste und er macht sich gemeinsam mit Michael jr. auf den Weg der Verdammniss. Er nimmt sich bei seiner Rache einen Gangsterkollegen nach dem anderen vor, wobei ihm sein Freund hilft. So wird aus dem distanzierten Verhältnis der beiden im Laufe der Zeit langsam ein innigeres.

Sam Mendes' Regiearbeit indes stellt das Glanzstück dar. Detailgenauigkeit wird groß geschrieben, jeder Köperhaltung, die den Personen zugeschrieben wurden, wird beispielsweise metaphorisch eine Eigenschaft beschrieben. So geht der abartige Killerphotograph leicht gebeugt und schief, und Sullivan ist immer standhaft in seinem schweren Kostüm - erst gegen Ende löst er sich aus dieser "Starre". Geschickt lässt Mendes den Zuschauer an der finsteren Unterwelt des Gangsterdaseins teilhaben. Je dunkler die Machenschaften, desto dunkler der Ort und desto dunkler die Bilder. Diese dunklen Farbtöne werden lediglich zersprengt vom vergossenen Gangsterblut. Road to Perdition nimmt sich durchaus auch wirklich schwierigeren Themen an: Denn eigentlich ist die Gangsterstory nur der Mantel für die Vater-Sohn-Beziehung, an deren Emotionalität der Zuschauer vorerst nicht teilnehmen kann, zu distanziert ist es. Der Vater ist aufgrund seines Berufes zu Verschwiegenheit genötigt, und so fällt es dem Sohn vorerst schwer ein gutes Verhältnis mit seinem Vater aufzubauen. Es müssen erst Mutter und Bruder sterben, und er mit seinem Vater auf Rachefeldzug gehen, ehe sich der beiden Verhältnis bessert. Dabei ist es Sullivans größte Angst, dass sein Sohn einmal wie er werden würde.

"Road To Perdition" präsentiert sich als ein stargespicktes Mafia-Epos der Extraklasse, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. Genial.

9/10