Sonntag, 24. März 2013

[KINO FFFnights] No One Lives (2012)

www.imdb.com/title/tt1763264/ 

Ein junges Paar (Luke Evans & Laura Ramsey) ist auf der Durchreise, als sie plötzlich von einer Gruppe brutal aussehender Einheimischer von der Straße abgedrängt und entführt werden. Einer der Gangster schikaniert das Paar solange, bis die Frau bei einem der sadistischen Spielchen stirbt. Da rastet der Mann aus und schlägt brutal zurück. Erst nach einiger Zeit merkt die Gruppe, dass ihr Kollege bestialisch im Schuppen ermordet wurde. Zu spät. Denn schnell wird jeder der noch übrig gebliebenen schmerzlich zu spüren bekommen, mit wem sie es wirklich zu tun haben. Der junge Fremde ist ein berüchtigter Serienkiller. Und dieser will seine Geisel zurückhaben und seine tote Freundin rächen nach dem Motto: Keiner überlebt!

Wo Ryûhei Kitamura draufsteht, da ist so stilvolle und gleichzeitig extrem blutige Gewalt drin. Nach "Midnight Meat Train" hat der Regisseur seinen Film auf den ersten Blick von jedem tiefergehenden Anspruch entschlackt und stattdessen einfach kalt grinsend mit der großen Keule ausgeholt. Doch „No One Lives" besitzt irgendwie besondere Qualitäten, die einen genaueren Blick lohnen.

Im Grunde ist "No One Lives" ein Slasher, dessen etwas andere Ordnung nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass weder das Rad noch das Genre neu erfunden werden soll. Die Hinterwäldler-Gangster sind allesamt Antipathen, denen nicht nur der namenlose Killer, der sich recht bald ans Werk macht, keine Träne nachweint. Weitaus interessanter ist hngegen dessen Beziehung zu Emma, deren wahre Natur sich erst nach und nach enthüllt. Ansonsten zeigt „No One Lives" einen eiskalten Killer, der mit der hoher Präzision und Unbeirrbarkeit gegen seine Opfer vorgeht. Er selbst empfindet den Begriff "Serienkiller" als seines Kalibers nicht würdig. Er selbst hingegen, sieht die Sache wesentlich unkomplizierter: "What motivates me is to get the job done". Schauspieler Luke Evans brilliert hier als so charismatische wie stoische Schlachtmaschine, die Intelligenz mit einer ganz eigenen Art von Bösartigkeit vereint.

Die besondere Qualität des Films liegt in der Schaffung einer sehr dichten, tiefschwarzen Atmosphäre und einer grandiosen Spannungskurve, auch wenn man meint zu wissen, wie der Film ausgeht. In jedem Fall ist "No One Lives" ein ultrabrutaler Streifen, der einerseits alle mit dem Genre verbundenen stereotypen Erwartungen erfüllt, diese jedoch zugleich mit einem herrlichen unheimlichen Augenzwinkern serviert. Das Ergebnis ist eine sehr seltene und nur scheinbar paradoxe Form von Gore-Splatter der überaus ernsten Art. Großartig!

7,5/10


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