Sonntag, 24. März 2013

[KINO FFFnights] Citadel (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1641975/ 

Tommy Cowley (Aneurin Barnard) lebt mit seiner hochschwangeren Frau in einem heruntergekommenem Appartmentkomplex. Eines Tages wird das Paar von einer Gruppe Jugendlicher angegriffen und nach der brutalen Attacke muss Tommy seine neugeborene Tochter allein aufziehen. Durch die schrecklichen Erlebnisse gezeichnet entwickelt Tommy eine extreme Angst vor freien Plätzen (Agoraphobie), er fühlt sich verfolgt und verkriecht sich in seiner Wohnung. Doch bald ist die gefährliche Gang auch noch nach seiner Tochter her. Hin- und hergerissen zwischen seiner panischen Angst und seinem Beschützerinstinkt muss Tommy nun alles geben, um in den verlassenen Hochhausblock, der Citadel genannt wird, vorzudringen und seine Familie zu retten. Wie soll ihm das nur gelingen, wenn er sich vor allem fürchtet?

Der Horror-Thriller enfaltet seine Wirkung langsam, aber kompromisslos. Im Mittelpunkt des blassen, beinahe farblosen Films steht die Agoraphobie – die panische Angst davor, das Haus zu verlassen und freie Plätze zu beschreiten - eingeleitet durch ein brutales und traumatisches Erlebnis, das nicht lange genug her sein kann. Mit herzzerbrechendem Realismus lässt Regisseur Ciaran Foy sein Publikum mit Protagonist Tommy (eindrucksvoll: Aneurin Barnard) all den Schmerz, die Panik und die Freude über jeden kleinen Schritt miterleben. Die gut gesetzten Schockeffekte und die eine oder andere blutige Szene, aber auch die immer tiefer gehende Furcht machen den Film sehr sehenswert.

Dabei frisst sich hier die Gefahr von innen nach außen. Ein ganzer Hochhausblock ist infiziert mit einem Virus. Soziale enachteiligung äußert sich in einer vorurteilsbehafteten, beinahe dämonischen Mutation, die die dunkle Seite der Kinder an die Oberfläche bringt. Angst ist ihr Antrieb, sehen können sie nur die Furcht anderer Leute und angezogen davon trifft es meist diejenigen, die dies eh schon geahnt haben. Dabei werden die Monster-Kinder dermaßen entmenschlicht, bis sie letzten Endes nur mehr für die Sache an sich stehen. Das ist sehr furchteinflößend und spannend zugleich.

Doch der geplagte Antiheld weiß seine Urängste mit Liebe zu seiner Tochter zu übertrumpfen, Symbole und Metaphern finden sich im Film in vielen Szenen und legen über den Psycho-Horror eine bedeutungsschwangere Ebene purer Sozialkritik. Damit bekommt er eine überraschend große Wirkung und ist ein effektiver Psycho-Horror mit dramatischen Höhen mit Tiefgang. Toll!

7,5/10