Samstag, 23. März 2013

[KINO FFFnights] American Mary (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1959332/ 

Mary Mason (Katharine Isabelle) träumte einst von ihrer Bestimmung als Chirurgin. Doch durch ihr Studium wird sie mehr und mehr desillusioniert, zumal sie unter chronischer Geldknappheit leidet. Letztlich sieht sie sich dazu genötigt, sich in einem Striplokal als Stripperin zu bewerben. Als sie während des Einstellungsgesprächs auf ihre bisherige Tätigkeit angesprochen wird, eröffnen sich ihr plötzlich ungeahnte Möglichkeiten. Sie wird in die Kellergewölbe geführt, wo ein schwer verletzter Clubgast liegt. Dank ihrer Fertigkeiten als (an-)gelernte Chirurgin rettet sie in einer Notoperation nicht nur sein Leben, sondern erwirbt sich in der Folge den Ruf, Operationen aller Art durchzuführen. So steigt ‘Bloody Mary’, wie sie zärtlich genannt wird, zur Untergrund-Chirurgin auf, die Schönheitsoperationen da durchführt, die den Patienten sonst verwehrt blieben. Als Mary eines Nachts von einem ihrer früheren Professoren betäubt und vergewaltigt wird, weiß sie sich auf ganz eigenwillige Art zu rächen, was ihrem Namen ‘Bloody Mary’ eine ganz neue Seite verleiht...

Die Soska-Sisters liefern mit ihrem zweiten Film ein relativ unverbrauchtes und groteskes Thema ab, denn in American Mary geht es im Kern um den Wunsch den eigenen Körper in krankhafter Art und Weise zu modifizieren und zu verändern. Das dies kurz nach Beginn mit der freiwilligen Abnahme der Geschlechtsorgane und Brustwarzen aufwartet ist "ein wenig" hart. Dabei wird durch puppenhafte Darsteller und allerlei Fotos und Webseiten noch unterstrichen in welche Richtung man sich begibt.

Dabei ist der Film kaum vorhersehbar, was neben dem ungewöhnlichen Setting aber viel mehr an der teils sehr wirren Erzählstruktur liegt und so kann man sich nicht ausmalen, wie das Ding wohl enden wird. Logisch oder gar nachvollziehbar ist hier kaum eine Handlung. Schon die Umstände, wie Mary Mason zu Beginn ihre Geldsorgen loszuwerden versucht, kann nur mit viel Wohlwollen überzeugen. Unter all diesen Tatsachen leider der Spannungsaufbau leider enorm, was den Unterhaltungswert teilweise dann auch etwas nach unten drückt.

Und dann gibt es doch zumindest einige fiese Operationen zu sehen, aber sobald es blutig wird, blendet die Kamera in fast jeder Szene ab, so dass es kaum etwas vom blutigen Treiben auf dem OP-Tisch zu sehen gibt. Schlimm ist das nicht, lindert aber - für diese Art von Film - die Erwartungshaltung. Zumindest akustisch gibt es ein paar nette Stücke zu hören und die klassische Musik als Untermalung der Operationen unterstreicht den grotesken Unterton des Films. Ein guter Film, aber hier wäre definitiv mehr drin gewesen, schade.

6,5/10