Samstag, 16. März 2013

Un Genio, Due Compari, Un Pollo - A Genius Two Friends, And An Idiot - Nobody ist der Größte (1975)

http://www.imdb.com/title/tt0073036/

Nobody ist ein Genie: schlagfertig, gerissen und treffsicher. Sein bester Freund, mit dem er sich allerdings ständig in den Haaren liegt, heißt “Lokomotive”. Lokomotive ist Indianer. Vereint sind Nobody und Lokomotive ein durchschlagendes Erfolgsgespann. Diesmal haben sie sich vorgenommen, den betrügerischen Fortkommandanten Major Cabot zur Strecke zu bringen. Dieser Offizier hat 300 000 Dollar an Regierungsgeldern unterschlagen, die als Unterhaltsbeihilfe für Indianer gedacht waren. Auch Regierungsrevisor Colonel Pembroke ist schon unterwegs. Kurzerhand läßt Major Cabot den ganzen Indianerstamm ausrotten, für den das Geld bestimmt war. Tote klagen nicht an. Dann schickt er einen Banditen aus. Er soll den anreisenden Colonel Pembroke ermorden. Nobody und Lokomotive aber wissen immer, woher der Wind weht. Lokomotive verkleidet sich als Regierungsrevisor und will die unterschlagenen Dollars sicherstellen. Aber Major Cabot wird gewarnt und wirft Lokomotive ins Gefängnis. Jetzt hat er eine Geisel und kann Nobody zwingen, seine verbrecherischen Schachzüge zu unterstützen. Damit Cabot am Schluß doch noch matt gesetzt werden kann, müssen Nobody und Lokomotive gleich einen ganzen Berg in die Luft sprengen.

Die vermeintliche Fortsetzung zu einem der besten Abgesänge auf den Italowestern kann nicht ganz mit diesem mithalten, es fehlt einfach das Besondere, das Große. Vielleicht fehlt auch einfach nur jemand wie Henry Fonda. Das lässt sich auch über die Musik von Ennio Morricone sagen, denn das Hauptthema wirkt vielleicht etwas zu sehr ins komödiantische gezogen, aber gerade bei der Verfolgungsjagd zu Pferd und Kutsche zeigt er wieder einmal seine große Klasse. Aber “Un Genio, Due Compari, Un Pollo“ (der ja mit „Mein Name ist Nobody“ im Original nicht allzu viel zu tun hat) ist immer noch ein sehr guter Vertreter seines Genres. Er hat zwar nach einem wirklich gelungenen Anfang inkl. dem Duell zwischen Hill und Klaus "die ausgekotzte Zwergpygmäe" Kinski für eine gewisse Zeit einen leichten Hänger. Aber Hill und vor allem die Dialoge von Rainer Brandt nehmen im letzten Drittel wieder richtig Fahrt auf. Hier hält der Film so einige Kalauer bereit, die die Lachmuskeln des geneigten Sympathisanten wieder einmal extrem beanspruchen lassen.

Etwas störend ist nur, dass in den früher fehlenden Szenen und der damit einhergehenden Neusynchro Bezug auf das Original genommen wurde und Terence Hill nicht mehr (wie man uns in Deutschland weiß machen wollte) als Nobody auftritt, sondern sich hier auf wundersame Weise in Joe verwandelt. Nur damit wirkt der Streifen geringfügig schlechter als der berühmte Vorgänger. Die Inhalte haben außer der Titelfigur aber auch nicht mehr viel miteinander zu tun. Aber vieles, was im ersten Film neu war und die so das Fundament für die Westernkomödie schuf, wirkt hier einfach wie neu aufgelegt. Es gibt nur wenige neue Kniffe. Der Plan, den Nobody hier ausgearbeitet hat, erklärt sich dem Zuschauer erst ganz am Ende - und da hat man vielleicht auch schon wieder einiges vergessen. Insgesamt ein wenig zu komplex für einen in erster Linie reinen Spaß- und Unterhaltungsfilm. Wie auch im ersten Teil erkennt man deutlich die Einflüsse von Sergio Leone in Bildtechnik und Bildsprache. Insgesamt also eine recht gelungene "Fortsetzung", wenngleich beim Inhalt auch bisschen weniger mehr gewesen wäre. Dafür entschädigt aber der bereits angesprochene und großartige Auftritt hat Klaus Kinski als Doc Foster. Toller Film.

7,5/10