Sonntag, 20. März 2011

[KINO FFFnights] Trolljegeren - Trollhunter (2010)

http://www.imdb.com/title/tt1740707/

Früher begnügte man sich mit der Jagd auf Rotwild, Schwarzwild, Wölfe oder dem Erlegen von Bären in den ewigen Weiten des Nordens. Doch der Nordmann, genauer Norweger, von heute geht weiter. Da müssen es schon Trolle sein. Eine Gruppe von Studenten - bewaffnet mit Kamera und Mikro - will einen vermeintlichen Bärenjäger (Otto Jespersen) bei seiner Arbeit begleiten, was sich wenig später als reines Himmelfahrtskommando herausstellt. Nicht nur ist Hans, der Jäger, wenig erbaut von seiner Begleitung, auch ist das Objekt seiner Begierde bei weitem größer und gefährlicher als angenommen: Trolle. So erweist es sich von Vorteil, wenn man kein Christ ist – ein Muss auf der Trolljagd, denn Christen besitzen in den Nüstern von Trollen einen ausgeprägten Eigengeruch. Man erfährt allerdings noch andere hilfreiche Tipps zum Überleben in Troll-verseuchten Gebieten und eine Unterweisung in der Nomenklatur der mythischen Wesen. Am Ende kommen die Studenten sogar einer staatstragenden Affäre auf die Spur – man hätte es eigentlich riechen müssen, auch wenn man kein Troll ist...

Ich bin großer Fan von Produktionen aus dem hohen Norden, denn man wird immer irgendwie überrascht. Und der norwegische Beitrag zum Found-Footage-Genre ist ein kleines Meisterwerk geworden. Ihm gelingt etwas, was die anderen Filme aus der Richtung so nicht geschafft haben:  zunächst sind die Charaktere hier deutlich interessanter und sympathischer, wenn auch immer noch sehr oberflächlich, aber das sollte niemanden mehr überraschen. Außerdem bringt "Trollhunter" eine angenehme Prise Humor mit hinein, die dem Ganzen einen gewissen Charme und eine Lockerheit verleiht, wie man es so noch nicht gesehen hat.

Dadurch ist der Film auch über die volle Länge unterhaltsam und amüsant, ohne dabei auf die wichtigsten Dinge zu verzichten. Hier wird nämlich auch die Spannung stets hochgehalten und bis zum Ende hin klug gesteigert. Richtig gruselig oder angsteinflößend wird der Film zwar (wie erwartet) nicht, dennoch fand ich die Trolle ungemein interessanter anzuschauen als Dämonen oder Zombies. Die haben irgendwie etwas faszinierendes an sich, weshalb man das Geschehen auch immer gebannt verfolgt. An dieser Stelle gilt es zu erwähnen, dass die Animationen wirklich sehr gelungen, teilweise sogar beeindruckend sind, was ich von einem norwegischen Film so auch nicht erwartet habe.

Jedenfalls ist es noch ein großer Pluspunkt, dass sich "Trollhunter" nicht ganz so ernst nimmt und oft auch ironische Momente mit einbaut. So bleibt es ein spannender und unterhaltsamer Spaß, vor einer wundervollen Kulisse. Ein kleines Lebenszeichen des Found-Footage-Films und hoffentlich nicht die letzte gute Idee.

8,5/10