Samstag, 19. März 2011

[KINO FFFnights] 악마를 보았다 - Akmareul Boatda - I Saw The Devil (2010)

http://www.imdb.com/title/tt1588170/

Kyung-chul (Min-sik Choi) ist ein psychopathischer Serienkiller, der von der Polizei bereits seit einiger Zeit gejagt wird. In einer Winternacht bringt er schließlich die Polizistentochter Joo-yun auf bestialische Weise um. Ihr Verlobter Soo-hyun (Byung-hun Lee), ein Agent des südkoreanischen Geheimdienstes, schwört Rache - auch wenn er dafür selbst zu einem brutalen Monster werden muss...

Bei "I Saw The Devil" handelt es sich um einen Racheepos mit heftigem Gorefaktor und üblen Schockmomenten, wer also etwas zarter besaitet ist, sollte sich diesen Streifen eher nicht anschauen, ist wirklich grenzwertig, aber für den Film zweckdienlich.

Rache à la "Oldboy", bloß frei nach Schnauze. Zu Beginn des Films und damit direkt im Geschehen, sehen wir eine Frau mit Autopanne, die von einem vermeintlichen Helfer motivlos übel massakriert und umgebracht wird. Schon hier wird mit dem Zuschauer nicht zimperlich umgegangen. Ihr Verlobter (Byung-hun Lee), seines Zeichens Agent, versucht den Mörder noch vor der Polizei ausfindig machen, um diesen für ihn tragischen Verlust zu rächen und sein inniges Versprechen nach Rache wahrzumachen. Was wir hier zu Gesicht bekommen, ist ein völlig durchgeknallter Frauenschänder, gespielt von "Oldboy"-Hauptdarsteller Min-sik Choi, der in den tiefen Hass von Agent Soo-hyun laufen soll. Dazu bedarf es natürlich nicht nur einer einfachen Tötung, nein, es muss ähnlich hart sein, wie des Schänders Lüste, nur in Richtung Vergeltung. Da wo "Oldboy" gezwungenermaßen "aufhört" Rache unverkettet weiterzudenken, fängt "I Saw The Devil" an, die Hammer zu schwingen und zwar so, dass man wohl das ein oder andere mal vor dem Bildschirm zusammenzucken dürfte. Mir gefällt die nachvollziehbar tiefgründige Note der Koreaner, die anders als in amerikanischen Rachefilmen wie "Gesetz der Rache", etwas mehr den emotionalen Kern der Sache trifft, als sich in blanker, durchdachter und unrealistischer Wut zu verzetteln.

An die Betrachtungsweise eines "Oldboys" vermag das nicht heranzukommen, das möchte und kann er aufgrund der Story aber auch gar nicht. Eventuell verdeutlicht wurde die Anlehnung an dieses Meisterwerk auch dadurch, dass Min-sik Choi kurzzeitig mal wieder mit dem Hammer unterwegs war, was auch unschwer am Cover zu erkennen ist. Nebenbei spielt er mal wieder grandios, aber diesmal grandios abscheulich. Eiskalter Killer bekommt hier definitiv eine neue Definitionsebene.

Unvermeidbar, dass die Story über die Lauflänge von knapp 135min an mancher Stelle etwas konstruiert wirkt, spannender könnte sie allerdings wohl kaum sein, gerade weil einem die Figur des Täters ziemlich echt vorkommt und man kameratechnisch oft nah an ihm und seinen Greueltaten dran ist, erschreckend nah. Erschreckend nah auch an seiner Verfolgung. Alles in allem eine gut inszenierte schauderhafte Darstellung verstörender Perversität, mit den tiefen, rachegetränkten Hassgefühlen eines blitzgescheiten Agenten mit Plan auf der anderen Seite. Wer auf Rachethriller mit kaltblütigem Gorehorror steht, sollte hier zugreifen, zu mal man sich solche ungeschönten Filmenden in Hollywood wohl kaum trauen wird. Grandios!

8/10